Pack die Badehose ein
Marthaler steht für viele Zürcher noch immer fürs Unterhosentheater. Sein baldiger Nachfolger Matthias Hartmann muss am Schauspielhaus Bochum davon gehört haben. Denn unlängst glaubte er sich mit der Zürcher Form des «Unterhosenjournalismus» konfrontiert, wie er einem Reporter auf Recherche wenig zärtlich anvertraute.
Die in Bochum als anrüchig eingestufte Causa geht so: Die Stadt Zürich besitzt eine 15-Zimmer-Villa am linken Ufer mit Seeanstoß, sie lässt sie zur Zeit für 2,5 Millionen Schweizer Franken renovieren – «nur das Nötigste», heißt es im Stadthaus –, und während den Verhandlungen mit dem begehrten Hartmann hatte man ihm die Liegenschaft unter dem Marktpreis zur Miete angeboten. Soviel zum Objekt der sexuellen Energie meines Kollegen beim «Tages-Anzeiger».
Die Villa als Lockvogel für den Neuen, nachdem man den Alten mehr als gern aus dem Goldenen, aber unterfinanzierten Käfig ziehen ließ: keine feine Zürcher Zoologie. Zumal Hartmann und seine Kleinfamilie noch gar nicht wissen, ob sie sich selbdritt in diesen 15 Zimmern auch artgerecht austoben könnten. Die Straße sei etwas laut, der Weg in die beiden Spielstätten des Schauspielhauses jeweils weit und der Preis noch immer ...
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