Opus Özil
Als Dorothy in «Der Zauberer von Oz» aus dem Schlaf erwacht, findet sie sich im magischen Land Oz wieder. Die Hauptfigur in Akın Emanuel Sipals Stück aber kann gar nicht erst einschlafen. Mesut Özil, mit Mitte 30 frühverrenteter Fußballer, ist schlaflos. Das Wenige, was aus seinem (Privat-)Leben bekannt ist, und vor allem das viele, das nicht bekannt ist, eignet sich allein zum Stoff für eine Tragödie. Aber Akın Emanuel Sipal sucht nicht nach der «wahren Geschichte» Mesut Özils.
Inspiriert von der legendären Nummer 10 schreibt er im unzuverlässigen Erzählstil ein Stück über sehr viel mehr.
Es ist Nacht. Mesut Özil ist allein, er erinnert sich an die schlaflosen Nächte der Vergangenheit. An die nächtlichen Geräusche der Ratten im Keller seiner Heimat Gelsenkirchen. An den Abend in seiner Zeit in Madrid, an dem er sicher war, dass sich ein Einbrecher im Haus befindet und die halbe Nacht vor Angst im Schrank verbracht hat.
Müdigkeit macht fahrig, ängstlich, gereizt. Unter Schlafentzug verwandeln sich unsere Gedanken und Erinnerungen gerne ins Monströse, Absurde oder Zauberhafte. Das erste Zauberwesen, dass in dieser Nacht erscheint, ist eine Wölfin. Die spricht über Ambiguität, über ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 163
von Franziska Benack
In diesen düsteren Zeiten hat mich unser vierwöchiges Sportfest am Ballhaus Ost sehr glücklich gemacht. Es begann mit der Magie des Theatersaals, der sich mit bunten Linien auf dem Parkett, Netzen und Stadionleuchten in eine Sporthalle verwandelt hat – und dann mit kleinen Bühnenbildern, Lichtstimmungen wieder zu einem Theater wurde, aber eben zu einem...
Sommer, Stimmung, Umstand, Theater, heute, Text, Laune, jetzt: Gerade schreibe ich an meinem neuen Roman, das ist schon die Flucht nach vorn eigentlich, ganz klar, glaube ich, für mich, also: es ist für mich so: Das Schreiben ist politisch aufgeladen genug, kräftezehrend, im Zentrum eines Solarsystems, umkreist von einer wirren Irre, auch wenn Mensch händeringend...
Es soll sehr ernst sein, und auch sehr lustig. Bitte. Aber im Zweifelsfall ernst», wünscht sich Kim de l’Horizon in der Vorbemerkung für das neue Stück «Die kleinen Meerjungraun», und fährt fort: «Humor ist ein Schutzschild, ja. Und nicht nur Pop, please, aber ein bisschen bäängen darf’s schon. Es muss nix neu erfunden werden. Wir sind ja schon da. Wenn auch nicht...
