Oldenburg Staatstheater, Kleines Haus: Hamburger Kammerspiele

Wolfgang Borchert «Draußen vor der Tür»

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«In der heutigen Zeit möchten wir zur Entspannung leichte Musik.» / «Erheben Sie das Minderwertige doch nicht zum Symbol unserer Zeit!» / «Sie werden hiermit höflichst und inständigst gebeten, uns in Zukunft mit derartigem Quatsch zu verschonen.

» Immunisiert sich Luise Voigt etwa gegen den erwarteten Shitstorm, indem sie noch vor Beginn ihrer Oldenburger «Draußen vor der Tür»-Inszenierung böse Kommentare auf den Eisernen Vorhang projizieren lässt?

Nein, sie markiert ihre Arbeit nur als historisch: Die Beschimpfungen stammen aus Leserbriefen, die der Nordwestdeutsche Rundfunk erhielt, nachdem er Wolfgang Borcherts Stück 1947 als Hörspiel gesendet hatte. Und damit endgültig klar wird, dass die Inszenierung in die Vergangenheit weist, tritt gleich im Anschluss Dramaturg Jonas Hennicke im spröden Musterschüler-Outfit an die Rampe, begrüßt das Publikum zur «Draußen vor der Tür»-Uraufführung an den Hamburger Kammerspielen und informiert, dass der Autor leider gerade verstorben sei, er bitte darum, sich für eine Schweigeminute zu erheben. Und schon ist man im Gestern.

Voigt wendet hier einen geschickten Kniff an: Die Regisseurin weiß, dass Borcherts Stationendrama um den entwurzelten ...

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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Falk Schreiber

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