Nürnberg: Mit Sprache geschlagen
Das ist nicht der romantische Unschlittplatz, wo man ihn einst fand, verwirrt, verdreckt und stammelnd. Das ist der harte Eiserne Vorhang, an den zwei Herren in weißen Anzügen den Kaspar Hauser schmeißen, immer wieder, brutal und ohne Gnade für die arme Geburt. Einen Jux machen sie sich daraus, die Kreatur zu demütigen, sie mit Worten und Fäusten zu traktieren. Die bringt, wie bekannt, nur ein paar rätselhafte Floskeln hervor. Die Haare voller Stroh, die dürftige Unterkleidung verschlissen, stammelnd: «Ich möchte ein solcher werden wie einmal ein andrer gewesen ist.
»
Kaspar Hauser ist erneut in Nürnberg angekommen. Hier, wo er am 26. Mai 1828 als geistig zurückgebliebener Jugendlicher plötzlich auftauchte, steht er nun wieder auf der Bühne. Aber nicht als historisch verbürgte Figur, über die sich die Forschung in den letzten Jahrhunderten oft irrwitzig den Kopf zerbrach, der man adlige Herkunft andichtete und die man zum Exempel nahm für ge- oder auch missglückte Sozialisation – nein, als Anti-Held eines frühen Theaterstücks von Peter Handke.
Um Methoden der «Sprechfolterung», sagt der Autor, ging es ihm, und das nimmt Regisseur Jan Philipp Gloger sehr ernst. Seine Inszenierung ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Bernd Noack
Aalen, Theater der Stadt
1. nach Schiller, Johanna im Ratssaal
R. Tonio Kleinknecht und Tina Brüggemann
15. Fuchs, Das Heimatlied
R. Winfried Tobias
Altenburg Gera, THeater
16. Hauptmann, Die Ratten
R. Manuel Kressin
Augsburg, Theater
21. Hašek, Brecht und Hulova, Švejk/Schwejk (U)
R. Armin Petras
29. Projekt, Auf dem Paseo del Prado mittags Don Klaus (U)
R. Johannes...
Schwarz und kalt liegt das Wasser in mehreren Metern Tiefe unter uns. Furchtlos klettern die drei Akteure eine Metallleiter hinunter, begeben sich in ein kleines Schlauchboot und rudern von dannen. Das Ende von «Tristesse Royale», einer Produktion des Saarbrücker Korso-op.Kollektivs, führt das Publikum aus der Spielstätte hinaus an den Osthafen der Saar. Es ist...
Weil das Theater für ihn zur Zeit wenig von sich hermacht, hat sich der an nachlassender Bilderlust nicht leidende Graphiker und Bühnenbildner Volker Pfüller mehr aufs Büchermachen und farbenreiche Landschaftsmalerei konzentriert. Er hat von 1979 bis 1986 in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Alexander Lang in Berlin dem Deutschen Theater mit...
