Nüchtern ins Vage kalkulierend

Die deutschsprachigen Bühnen planen eine Spielzeit unter hoher Ungewissheit. Über Rettungsversuche, neue Formate, verschobene Premieren, viel Improvisation und unerschütterlichen Zweckoptimismus

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Wenn es sich alle Theater so leicht machen könnten wie das in Ingolstadt! Dort entschied man sich, als langsam klar wurde, dass Corona die ganzen fertigen Planungen für die nächste Saison zunichte machen würde, für einen radikalen Schnitt: «Wir haben unseren Spielplan 2020/2021 um ein Jahr verschoben, da dies ein wunderbarer Spielplan ist, wir aber nicht damit rechnen, dass wir ihn wie geplant umsetzen können werden. Für die neue Spielzeit werden wir stattdessen einen ganz neuen Spielplan erfinden, der die neuen Regeln und Vorgaben beachtet, die die Corona-Krise mit sich bringt.

Das Ganze müssen wir sehr improvisatorisch angehen, was aber auch sehr reizvoll und eine Chance für neue Formate sein kann.»


Davon überzeugt, dass ihr ausgearbeitetes Programm ein ganz «wunderbares» ist, waren in diesem Frühjahr sicherlich alle deutschsprachigen Theater. Umso brutaler trafen sie die anfangs eher zaghaft eintröpfelnden neuen Verhaltens- und Abstandsregelungen, schließlich das Verdikt, die Häuser ganz zu schließen bis mindestens zum Ende der laufenden Spielzeit. Das hieß: keine Vorstellungen und auch keine Proben, die notwendig gewesen wären, um neue Stücke für die Zeit nach der regu­lären ...

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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 10
von Bernd Noack

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