Nüchtern ins Vage kalkulierend
Wenn es sich alle Theater so leicht machen könnten wie das in Ingolstadt! Dort entschied man sich, als langsam klar wurde, dass Corona die ganzen fertigen Planungen für die nächste Saison zunichte machen würde, für einen radikalen Schnitt: «Wir haben unseren Spielplan 2020/2021 um ein Jahr verschoben, da dies ein wunderbarer Spielplan ist, wir aber nicht damit rechnen, dass wir ihn wie geplant umsetzen können werden. Für die neue Spielzeit werden wir stattdessen einen ganz neuen Spielplan erfinden, der die neuen Regeln und Vorgaben beachtet, die die Corona-Krise mit sich bringt.
Das Ganze müssen wir sehr improvisatorisch angehen, was aber auch sehr reizvoll und eine Chance für neue Formate sein kann.»
Davon überzeugt, dass ihr ausgearbeitetes Programm ein ganz «wunderbares» ist, waren in diesem Frühjahr sicherlich alle deutschsprachigen Theater. Umso brutaler trafen sie die anfangs eher zaghaft eintröpfelnden neuen Verhaltens- und Abstandsregelungen, schließlich das Verdikt, die Häuser ganz zu schließen bis mindestens zum Ende der laufenden Spielzeit. Das hieß: keine Vorstellungen und auch keine Proben, die notwendig gewesen wären, um neue Stücke für die Zeit nach der regulären ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 10
von Bernd Noack
Ob in Bochum, München oder Leipzig: Die Theater wagen sich vorsichtig aus dem Corona-Shutdown. Es geht wieder los!
Wäre Corona nicht gewesen, dann wäre Julia Windischbauer mit Toshiki Okadas «The Vacuum Cleaner» zum Theatertreffen nach Berlin gefahren. Hätte, wäre, würde. Ein Porträt!
Wenn die Wunde und das Wunder zusammenkommen: Kämpfe am eigenen Körper in Eni...
Michel Piccoli, eine der Ikonen des französischen Films seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, starb am 12. Mai im Alter von 94 Jahren. Seine Filme und ihre Regisseure sind Legende: Arbeiten mit Jean Louis Barrault, Alain Resnais, Constantin Costa-Gavras, Luis Buñuel, Claude Chabrol, René Clair, Marco Ferreri, Jean-Luc Godard, Alfred Hitchcock, Jean-Pierre...
Grau verfilzte Strähnen, unter denen ein schmales, müdes Gesicht hervorschaut: Es ist ein Monstrum von Perücke, das Claire da auf dem Kopf trägt. Kein Wunder, ist sie doch seit einem Jahr und einem Tag in Quarantäne, und der nächste Friseurbesuch vermutlich noch immer weit entfernt. So lange verlottert Claire in Homeoffice-Einsamkeit – wie so viele in diesem...
