Notizen
Hauptstadt-Boulevard
Christoph Hein, vom Berliner Kultursenator Thomas Flierl ausersehener designierter Intendant des Deutschen Theaters, hat zurückgezogen, weil es ihm nicht gelungen ist, überzeugende Hausregisseure zu finden. Misstrauen gegen seine Theaterleiter-Fähigkeiten kann er darin nicht entdecken, sondern fühlt sich am «geistigen Klima gescheitert» und reicht sein Versagen an die Presse weiter, im Wesentlichen an die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».
Wegen deren massiven Vorverurteilungen sollen viele von Heins Favoriten aus Angst vor Verrissen ihre Mitarbeit wieder abgesagt haben. Zwar fürchtet inzwischen kein ernst zu nehmender Regisseur oder Schauspieler mehr einen FAZ-Verriss, aber die Ausrede war trotzdem eine überzeugende Begründung. Wer vor öffentlichen Auseinandersetzungen über den öffentlichen Ort Theater zurückschreckt, ist dort fehl am Platz. Dies noch rechtzeitig bemerkt zu haben, bleibt Heins Verdienst. Bei der wieder offenen Intendantensuche hat sich
die gescholtene Presse inzwischen sehr engagiert. Die «B.Z.» wollte bei Christoph Schlingensief nachfragen, bekam aber nur seinen Vater ans Telefon, der seinem Sohn alles zutraut, also auch die DT-Intendanz. Ein ...
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Ein Drei-Minuten-Auftritt nur: Bernhard Minetti 1989 im Berliner Schiller-Theater als abgründig versoffener Mörder und langjähriger Todeskandidat Bernardin in Niels-Peter Rudolphs Inszenierung von Shakespeares «Maß für Maß»: nacktfüßig und -armig, verbockten, verknautschten, listigen Gesichts mit roter Säufernase, so begegnet er der Zumutung, sich nun endlich...
Seine Stücke handeln von Tanz- und Truppenbewegungen, sein Personal nennt sich «Sweethearts of Rhythm», «Golfkrieg Girls & Boys» oder «Die Einzigen Zeugen», und seine Hörspiele heißen «Schrei (wenn du kannst)», «ich auf der tretmine» oder «die Idee der Strafe». Der 1963 geborene Frankfurter Autor und Musiker Albrecht Kunze arbeitet an der Demarkationslinie von...
Vier Tage vor der Premiere sprach der ehemals wilde Mann ein zu Herzen gehendes Wort zum Sonntag. Der «fünffache Papa» Frank Castorf, lange nach eigenem Bekunden im «Tagesspiegel»-Gespräch ein «Rabenvater», erwähnte sein «wachsendes Bedürfnis, sich zu verändern». Hat er etwa deshalb jetzt sein erstes Märchen inszeniert und gar nicht, um den Autor Hans Christian...
