Frankfurt: Wer tickt am Schönsten?
Wie leicht es doch ist, aufzufallen in unserer (selbsterklärtermaßen) toleranten, offenen Gesellschaft! Ein ungewohnter Laut im Theater, ein Zucken des Kopfes in der U-Bahn, ein unkontrollierter Ausruf am Strand: Menschen mit Tics können ein Lied davon singen. Leises Pfeifen, Zungenschnalzen und Miau-Laute sind der Sound, mit dem «Chinchilla Arschloch waswas. Nachrichten aus dem Zwischenhirn» beginnt, der neue Abend von Helgard Haug (Rimini Protokoll) in Frankfurt.
Er ist die zweite Kooperation von Schauspiel Frankfurt und Künstlerhaus Mousonturm, Stadttheater und Freier Szene, und findet – wie schon Forced Entertainments «Out of Order» 2018 – im bildschönen Bockenheimer Depot statt.
Während der Saal sich also füllt, der heute auch mit einigen Sofas und Sesseln bestuhlt ist («für Leute, die mehr Bewegungsfreiheit brauchen»), tönt es schon. Und es braucht eine Weile, um die Quelle dieses Tönens zu orten, dieses Pfeifens, Klackerns und Maunzens: In einer der vorderen Reihen sitzt ein schlaksiger, schwarz gekleideter Mann, der nun beginnt zu erzählen, dass er selbst es vermeide, ins Theater zu gehen: «Viele Reize, viele Konventionen, viele Regeln», sagt Benjamin Jürgens. Und dann ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2019
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Esther Boldt
David Bowie ist das große Ziel der Geschichte von Alexander Kühnes Debütroman «Düsterbusch City Lights». 2016 erschienen, ist er so etwas wie das Ex-DDR-Pendant zu Rocko Schamonis «Dorfpunks». Der Roman erzählt das Leben von Anton Kummer, dessen größter Wunsch es ist, im fiktiven Dorf Düsterbusch einen großen Szene-Club zu etablieren, in dem David Bowie auftreten...
Henning Bochert Frau Stolowitz, Ihr Stück befindet sich bei New Dramatists (New York City) und dem Artists Repertory Theater (Portland, OR) in der Entwicklung und wurde Anfang Mai in szenischer Lesung bei New Dramatists vorgestellt. Was hat Sie auf die Idee zu «Recent Unsettling Events» gebracht?
Andrea Stolowitz Ich unterrichte an mehreren Universitäten. Mir war...
Franz Wille Eigentlich wollten wir «Third Generation – Next Generation» schon direkt nach der Premiere im Maiheft abdrucken, aber dann gab es Probleme. Welche Probleme waren das?
Yael Ronen Gleich nach der Premiere war alles noch sehr frisch, und bevor wir den Text in eine größere Öffentlichkeit bringen, wollte ich sichergehen, dass wirklich alle Beteiligten mit...
