New York: Die Wahrheit des Marktes
Es begann als ein Ding in weiter Ferne. Irgendwo in China. Wir hatten schon früher von solchen Sachen gehört. Von Viren, die auf Menschen überspringen, auf Freiluftmärkten, wo Tiere, von denen wir noch nie gehört hatten, geschlachtet und verkauft wurden. Das hatten wir schon mal gehört. Dann hörten wir etwas anderes. Von Experimenten an Fledermäusen und von einem Labor, in dem die Versuchsvorschriften nicht eingehalten wurden. Und dann hörten wir noch etwas. In Italien lagen Menschen im Sterben.
Die Fünf-Sterne-Bewegung hatte das nicht ernst genommen, und nun nutzte Matteo Salvini die Gelegenheit, um erneut Einwanderer als die todbringenden Schuldigen darzustellen. Ich war in Los Angeles, am Ende einer zehntägigen Reise zu den Studios, um ein Fernsehspiel über die zunehmende Desinformation in unserem Land zu verkaufen. Die Treffen waren gut verlaufen, aber niemand schüttelte einem mehr die Hand. Wir berührten uns mit den Ellbogen und vermieden die Nähe; jedes Mal, wenn jemand hustete, spürte man die Ängste im Raum. Aber noch war das alles nicht mehr als eine Ahnung, etwas, das in den Köpfen auftauchte und wieder verschwand. Es dauerte noch drei Wochen, bis die Welle der Shutdowns ...
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Theater heute Juni 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 6
von Ayad Akhtar
Kopfhörer aufsetzen, in den Bildschirm gucken und auf fleischfarbenen Kissen entspannen, die an Körperorgane oder auch Yoga-Unterlagen erinnern. Die Ausstattungsabteilung des Dortmunder Schauspiels hat sie für Rahel Spöhrer genäht, Mit-Gründerin des Münchner Freien Ensembles «The Agency» (Schwerpunkt: immersive Performance-Kunst) und eine der vier ersten...
Als Treffpunkt schlägt Alexander Giesche das «sphères» vor, eine Mischung aus Café, Bühne und Buchladen am Rande des Zürcher Industriequartiers. Die Gegend macht einen räudigen Eindruck, Ausfallstraßen, ein Straßenbahndepot, schmucklose Bürohäuser. Aber man sollte sich nicht täuschen: Das Industriequartier ist schon längst konsequent verhipstert. Google hat hier...
Es beginnt bereits mit der Frage, was denn eigentlich als die korrekte Berufsbezeichnung gilt: Medienkünstler mit technischem Hintergrund, Software-Entwickler, Coder, Engineerer, Bastler? «Wenn die Dramaturgie uns im Programm benennt, ist das immer sehr kreativ», sagt Mario Simon, Leiter der Medienabteilung an der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität in...
