Neue Stücke · Aufführungen (11/2019)
Neue Stücke
Alle Vögel sind schon da, auch der «Bookpink». So heißt der Buchfink nämlich auf Plattdeutsch. Carmen Jeß’ doppelt preisgekröntes «dramatisches Kompendium» anthropomorphisiert beherzt Pfauen, Tauben, Puten, Spatzen, indem sie ihnen sprachlich raffinierte, vogelgesellschaftskritische Szenen aufs Federkleid schreibt. Anja Michael Wohlfahrt inszeniert die Uraufführung am Schauspiel Graz.
Eine Sofaschlacht im Angesicht drohender Apokalypsen hat Roland Schimmelpfennig für das Münchner Residenztheater verfasst, Tilman Köhler inszeniert den «Riss durch die Welt». Yael Ronen und Ensemble planen am Berliner Gorki Theater die Wiederverhexung der Welt –«Rewitching Europe». Daniel Kehlmann dramatisiert eine Flüchtlingstragödie der 1930er Jahre in «Die Reise der Verlorenen» am Schauspiel Köln (R: Rafael Sanchez). Maria Milisavljevic blickt in «geteilt» am DT Göttingen aus mehreren Perspektiven auf eine Vergewaltigung (R: Moritz Beichl), und in Karlsruhe spießt das Autorenduo Lutz Hübner und Sarah Nemitz mit «Frauensache» Diskurse um Abtreibung auf (R: Alexandra Liedtke). Die Artists in residence Daniel Kötter, Sarah Berlin und Elisa Limberg zeigen am Schauspiel Leipzig «immersive ...
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Theater heute November 2019
Rubrik: Daten, Seite 62
von
Karlheinz Braun, 1932 in Frankfurt am Main geboren und dort noch immer lebend, hat sein Herz und sein Leben dieser Stadt, ihren Theatern und Kultureinrichtungen geöffnet und es als junger Regisseur und Schauspieler, dann als Leiter des Theaterverlags Suhrkamp und schließlich als Gründer und Delegierter des Theaterverlags der Autoren ganz an seine Autoren verloren....
Dieser Spielzeitauftakt proklamiert lautstark politische Relevanz. Intendant Stefan Bachmann eröffnet in Köln mit «Vögel», der gehypten sogenannten «Romeo-und-Julia-Geschichte vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts». Darauf folgen Carolin Emckes Essay zum erstarkenden Verbal- und Rechtsradikalismus in Deutschland «Gegen den Hass» und der dystopische Klassiker...
Es beginnt märchenhaft. Das erste Bild von Thomas Heises neuem Film «Heimat ist ein Raum aus Zeit» ist die langsame Bewegung nach oben, einen grünen Pfahl entlang, der auf Waldboden steht. Am Ende des Pfahls ist ein Schild angebracht mit den Worten: «Nach der Legende stand hier Großmutters Haus.» Was dann folgt, ist allerdings keine Fabel, sondern Dokumentarismus...
