Nachwuchs: Das erschöpfte Selbst

Das 12. Körber Studio Junge Regie arbeitet sich am Überfluss ab

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Zu Beginn goldene Worte, mal prag­matisch ernüchtert wie die des Thalia-Intendanten Joachim Lux, der den Regienachwuchs ermahnte, sich schon rechtzeitig an die Balance von Markt und Eigensinn zu gewöhnen. Mal vom utopischen Furor davongetragen wie die des Kulturbereichsleiters der namengebenden Körber-Stiftung Kai-Mi­chael Hartig, der die Studenten in Zeiten der globalen Krisen und Wanderungsbewegungen mit Hermann Hesses «Glasperlenspiel» dazu aufrief, die Dachstube zu verlassen und dahin zu eilen, «wo es raucht».

Das Spannungsfeld zwischen Markt und Eigensinn entfaltete sich in den folgenden vier Tagen dann allerdings weniger zwischen Kunst und Politik, als vor allem im Genre-Unterschied von Stadttheater und Performance, die im 12. Jahr des Körber Studios Junge Regie im Thalia Theater in der Gaußstraße absolut gleichberechtigt auftraten: Nur noch sechs der 13 (von ihren Regieschulen vorgeschlagenen) Produktionen arbeiten sich an Textvorlagen ab. Da gab es Ibsens «Volksfeind» aus Ludwigsburg und einen vom angesagten Schreibduo Nolte/Decar daran (und am «Weißen Hai») angelehnten «Volkshai», bereits produziert vom Stadttheater Bonn; Hauptmanns «Vor Sonnenaufgang» vom Salzburger ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Barbara Burckhardt

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