Nachruf: Helmut Lohner
Helmut Lohner hat schon früh alle U- und E-Unterscheidungen unterlaufen. Er begann nach einer Lehre in einer Fotoreproanstalt und privatem Schauspielunterricht 1952 am Stadttheater Baden, avancierte zum Operetten-Buffo am Stadt-theater Klagenfurt und spielte von 1953 bis ’63 am Wiener Theater in der Josefstadt. Frühe Filmerfolge («Das Wirtshaus im Spessart» 1957 oder «Das Dreimäderlhaus» 1958) im Nachkriegsunterhaltungskino machten Lohner überregional bekannt. Fritz Kortner haben andere Seiten an ihm interessiert.
In seiner «Kabale und Liebe»-Inszenierung 1965 in den Münchner Kammerspielen spielte Lohner den Ferdinand. Ernst Wendt schrieb in Theater heute 5/65: «Helmut Lohner ist ein
fanatisch angespannter Jüngling, aber er richtet die quälerische Exaltation mehr gegen sich selbst als gegen die Umwelt; der gegenüber, dem Vater, der Milford, begegnet er eher eckig und ungelenk, mit mühsam hochgehaltenem Selbstbewusstsein.» Danach spielte Lohner an Theatern u.a. in Hamburg, Düsseldorf und Zürich. Über seinen Mephisto, Regie Karl Heinz Stroux, schrieb Hans Schwab-Felisch: «Von unheimlicher Agilität, verwandlungsfähig und behende bis zum Artistischen, ist er eine ironisch gebrochene ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Magazin, Seite 71
von
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