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Andreas Wilink Wie sehr wird sich das Publikum der Ruhrfestspiele die Augen reiben, wenn es am 1. Mai ins Festspielhaus kommt: Haben Sie mit dem Markt-Charakter aufgeräumt, den Ihr Vorgänger Frank Hoffmann dem mit Ständen zugestellten Foyer gab und der wiederum das übervolle Programm-Angebot spiegelte? Ist mehr Übersicht geschaffen?
Olaf Kröck Am 1. Mai ändert sich wenig, weil dann traditionsgemäß das große Kulturvolksfest gefeiert wird. Das ist eine Institution. Die lassen wir unberührt. Ab dem 3. Mai ändert sich viel.
Wir starten nicht mit Sprechtheater, nicht mit Stars. Der künstlerische Fokus ist anders gesetzt. Wir beginnen mit einer internationalen Arbeit des Tanztheaters, «Beytna» von Omar Rajeh, auch als Geste der Gastfreundschaft, und zuvor im ersten Teil des Abends erstmals mit einer Impulsrede, von Judith Schalansky. Ihr letztes Buch handelt vom Verschwinden der Dinge. Das fanden wir die richtige Setzung. Sie wird uns etwas erzählen können vom Verschwinden – von Dingen, Traditionen, Werten. Damit sind die Ruhrfestspiele besonders konfrontiert, auch nach Ende des Steinkohlebergbaus.
AW Judith Schalansky soll also nicht zeigen, wo auf dem «Atlas der abgelegenen ...
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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Festival, Seite 54
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«Sex». So hat Anne Imhof die Schau genannt, die sie für das Performance-Festival der Tate Modern an Londons Themse-Ufer entworfen hat. Weil sie Einsilber mag, die weite Assoziationsräume öffnen. Wer ihre dreiteilige «Oper» namens «Angst» von 2016 kennt oder 2017 auf der Biennale in Venedig den «Faust» im deutschen Pavillon besucht hat (für den sie den «Goldenen...
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Im Nachmittagsstau auf der repräsentativen Avenida Paulista tanzen zwei Frauen und drei Männer; das Jazz-Quartett, das sie begleitet, spielt an gegen Hupen und Motoren. So richtig gefährlich ist die kleine Show zwar nicht, denn ohnehin ist Stop-and-Go die Höchstgeschwindigkeit um diese Tageszeit – und doch ist das Spektakel programmatisch gedacht: als öffentliche...
