International: Greta Thunberg ist überall
Im Nachmittagsstau auf der repräsentativen Avenida Paulista tanzen zwei Frauen und drei Männer; das Jazz-Quartett, das sie begleitet, spielt an gegen Hupen und Motoren. So richtig gefährlich ist die kleine Show zwar nicht, denn ohnehin ist Stop-and-Go die Höchstgeschwindigkeit um diese Tageszeit – und doch ist das Spektakel programmatisch gedacht: als öffentliche Störung des Alltags.
Bloß nicht nachlassen, nicht Sich-Einrichten als Opfer im Kulturkampf!
Denn der ist mit größtmöglicher Schärfe ausgebrochen in den ersten Monaten der Präsidentschaft von Jair Bolsonaro, der ja schon im Wahlkampf allen, die nicht so denken wie er, mit schärfsten Sanktionen drohte: den people of colour (die immerhin die Mehrheit stellen im kulturell extrem durchmischten Land und sich in großen Teilen stolz als «preto», als «schwarz» definieren), den Homosexuellen, der abhängig beschäftigten Bevölkerung, den Frauen – und nicht zuletzt den Künstlerinnen und Künstlern im Lande. Die «Mostra Internacional do Teatro» in Sao Paulo, im abkürzungsvernarrten Brasilien «MITsp» genannt, hat in Südamerikas größter und kulturell tendenziell reichster Stadt mit der sechsten Ausgabe die schwierigste durchlebt.
Kult ...
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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Michael Laages
Das Stück «Die Verlobung in St. Domingo - Ein Widerspruch» von Necati Öziri aus der aktuellen Ausgabe ist im Browser nicht darstellbar. Abonnenten, die das Stück digital lesen möchten, schicken bitte eine E-Mail an: kontakt@der-theaterverlag.de. Wir senden Ihnen das Stück dann als PDF-Dokument zu.
Es ist ein herber Rückschlag: Zwei Tage vor der Premiere von «Herero_Nama. A History of Violence» wird die Klage auf deutsche Entschädigungszahlungen für den Völkermord in Namibia vor dem New Yorker US District Court zurückgewiesen. Die Enttäuschung ist Nama-Aktivistin Talita Uinuses und Israel Kaunatjike, der hier die Herero vertritt, anzumerken. Mit leisen, ganz...
Jo Fabian hat eine Mission: Jeder Zuschauer soll das aus dem Abend ziehen, was er oder sie für richtig hält. Im Gegenzug legt er seine Inszenierungen so an, dass sie möglichst wenig linear erzählt und dafür umso stärker als Assoziationsfeuerwerk daherkommen. Auch in «Nirvana», nach «Terra In Cognita» die zweite Stückentwicklung als Schauspieldirektor in Cottbus,...
