Nach Gutsherrenart
In Memmingen vor einem Jahr hätte es einen veritablen Skandal geben können. Aber irgendwie kam die ganze Sache nie so richtig an die Öffentlichkeit, dann wuchs auch schon Gras drüber, und heute, wenn man die gedeckelte Geschichte noch einmal zur Sprache bringen will, erntet man nur noch ein müdes Lächeln. Auch von denen, die damals direkt beteiligt waren bei den 24. Bayerischen Theatertagen. Oder besser: gerade von denen.
In Memmingen vor einem Jahr gab es Geschrei hinter verschlossenen Türen, Drohungen und Rücktritte, Anschuldigungen und Verdächtigungen.
Es ging um den Verdacht, dass sich die Intendanten bayerischer Stadttheater gegenseitig Preise zuschieben und sehr selbstherrlich über die wirklichen Leistungen konkurrierender Bühnen hinwegsehen; es ging um anstehende Vertragsverlängerungen und Einflussnahmen von wirtschaftlicher Seite; es ging um den Vorwurf, dass bestimmte Vorstellungen zuungunsten anderer im Terminplan verschoben und besser platziert wurden.
Zoff in Memmingen
Tatsächlich war damals die Jury, die am Ende des Festivals Preise für beste künstlerische Leistungen in diversen Kategorien zu vergeben hatte, seltsam besetzt: Allein drei Intendanten gehörten dem ...
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