Nach Gutsherrenart
In Memmingen vor einem Jahr hätte es einen veritablen Skandal geben können. Aber irgendwie kam die ganze Sache nie so richtig an die Öffentlichkeit, dann wuchs auch schon Gras drüber, und heute, wenn man die gedeckelte Geschichte noch einmal zur Sprache bringen will, erntet man nur noch ein müdes Lächeln. Auch von denen, die damals direkt beteiligt waren bei den 24. Bayerischen Theatertagen. Oder besser: gerade von denen.
In Memmingen vor einem Jahr gab es Geschrei hinter verschlossenen Türen, Drohungen und Rücktritte, Anschuldigungen und Verdächtigungen.
Es ging um den Verdacht, dass sich die Intendanten bayerischer Stadttheater gegenseitig Preise zuschieben und sehr selbstherrlich über die wirklichen Leistungen konkurrierender Bühnen hinwegsehen; es ging um anstehende Vertragsverlängerungen und Einflussnahmen von wirtschaftlicher Seite; es ging um den Vorwurf, dass bestimmte Vorstellungen zuungunsten anderer im Terminplan verschoben und besser platziert wurden.
Zoff in Memmingen
Tatsächlich war damals die Jury, die am Ende des Festivals Preise für beste künstlerische Leistungen in diversen Kategorien zu vergeben hatte, seltsam besetzt: Allein drei Intendanten gehörten dem ...
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Vielleicht macht der Ort es notwendig, die Stimme zu erheben, um sich bemerkbar zu machen. Was die Tonfrequenz betrifft, hatte der Beginn der neuen Düsseldorfer Schauspielhaus-Intendanz etwas marktschreierisch Buntes, fleißig assistiert von der Präsenz der Intendantin Amélie Niermeyer in den Gesellschaftsspalten der Lokalpresse. Flankierende Maßnahmen, um sich zu...
Noch immer dient das Leben großer Geister dem voyeuristischen Publikum als Beglaubigung für deren Denken. Eine existentielle Grundierung einsamer Schreibtischkämpfe befördert zumeist den Nachruhm; materielle oder seelische Nöte bewirken dann wenigstens verspätete Rezeptionsgewinne. Was wäre Nietzsche in unseren Augen ohne sein umnachtetes Ende, was Kierkegaard...
Schwer zu sagen, was einem hier gezeigt wird: Ist es die Dramatisierung der Tagebücher und Briefe zweier Menschen? Und wo fangen der «Mann» und die «Frau» überhaupt an, wenn Herbert Achternbusch und seine langjährige Lebensgefährtin und Lieblingsschauspielerin, die im Jahre 2005 gestorbene Annamirl Bierbichler, doch so offensichtlich hinter diesen Figuren...
