Münster: Weiß wie Weißbrot

Svenja Viola Bungarten «Bonn ist eine Stadt im Meer» (U)

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Ein älteres Ehepaar, unterwegs in Afrika, geht in der Sahelzone der liebsten Sportart deutscher Paare nach: Man streitet ausgiebig. Er ist freischaffender Wissenschaftler und erforscht schwarze Löcher, sie begleitet ihn, geht aber davon aus, sie würden Urlaub machen. In der Wüste begegnen sie einem mysteriösen einheimischen Paar, und plötzlich ist das Geld mitsamt den Reisepässen weg.

Was tun? Die deutsche Botschaft ist am Wochenende bekanntlich geschlossen, also will das Ehepaar auf eigene Faust zurück nach good old Germany, landet aber auf einer der überfüllten Nussschalen im Mittelmeer, auf der eigentlich nur afrikanische Boat People ums Überleben kämpfen. 

Gerade waren sie noch mehr oder weniger wohlhabende Deutsche, schon sind sie Opfer der migrationspolitischen Vogel-Strauß-Politik Euro­pas. Auch sie könnten gerettet werden, dummerweise trifft ihr Flüchtlingsboot aber auf ein Schiff der deutschen Kriegsmarine und eine Fregattenkapitänin, die den Menschen im kenternden Boot nicht helfen darf, auch wenn sie beim Blick durchs Fernrohr feststellt: Oh Gott, diese «zwei Menschen, weiß wie Weißbrot», könnten ja meine Eltern sein. Eigentlich leben die in Bonn-Beuel, aber man hat ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Jürgen Berger

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