München: Gotteskomplexe
Im Anfang war enttäuschte Liebe. Ein Gefühl, das mit aller Heftigkeit und explosiven Energie einen wunderbaren Ausgangspunkt für eine Standortbestimmung in transzendenten Fragen abgeben kann. Und so beginnt Yael Ronens jüngstes Werk «#Genesis / A Starting Point», bei dem es um den Urgrund der Schöpfung, vielleicht auch des Schöpferischen gehen soll, zunächst mit einer hoch emotionalen Abrechnung der jüngsten Vergangenheit.
Damian Rebgetz, Australoberliner, Performance-Paradiesvogel und in den letzten drei Jahren Ensemblemitglied der Kammerspiele, verkündet seinen (längst bekannten) Weggang aus München mit dem Pathos des verschmähten Lovers («you never appreciated my ambiguity») und knüpft damit in sprudelndem Englisch, von Wiebke Puls in knappes Deutsch übersetzt, gleich noch mal an die mediale Erregung um Matthias Lilienthals Nichtverlängerungsentschluss als Intendant an.
Nachdem Puls dem J’accuse des Kollegen ihrerseits ein entschiedenes Plädoyer des Bleibens – «Ich sehe auch die Probleme, aber ich will unbedingt, dass es funktioniert» – entgegengesetzt hat, ist allerdings der Schmerzpunkt des Abends auch schon vorüber. Was folgt, sind verspielte Flapsigkeiten über Vater- und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Theater kann auch in den schlimmsten und bedrohlichsten Stunden des Lebens für ein Durchatmen gut sein. Fritz streift in den letzten Kriegstagen 1945 durch das zerbombte Berlin, desillusioniert, eigentlich will er mit dem ganzen Schlamassel nichts mehr zu tun haben: nur weg hier, hinaus zu den Seen, wo sein Boot auf ihn wartet, das ihm Schutz und Unsichtbarkeit...
Im neuen Pollesch spielt eine Drehbühne mit.» So beginnt auf «nachtkritik» die Rezension zu «Die Revolver der Überschüsse» 2013 in Stuttgart. «Mal zickt sie herum, mal kreist sie elegant um sich selbst. Eine echte Diva eben.» Der Kollege von der «Stuttgarter Zeitung» gerät bei Janina Audicks «Wimmel-Bühnenbild aus vielen Gebäudeteilen mit lauter verwegenen Spitzen,...
Das Schauspiel Stuttgart startet neu nach Armin Petras’ vorzeitigem Abgang: Burkhard Kosminski verspricht, dass es rundgehen werde – womit nicht nur die hakelnde Drehbühne gemeint ist. In der ersten Premierenrunde werden u.a. Wajdi Mouawads «Die Vögel» und Clemens Setz’ «Die Abweichungen» ur- und erstaufgeführt.
Mit «Dantons Tod» in Burkina Faso: Das Schauspiel...
