München: Game over

Chris Thorpe «Victory Condition», Roland Topor «Der Mieter»

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Reduktion von Komplexität ist – wie der unvergessene Niklas Luhmann nicht müde wurde zu betonen – ein Überlebensmodus unserer Zeit mit der inhärenten Gefahr, durch unzulässige Ver­einfachungen Kurzschlüsse zu produzieren.

Auch ein Skizzenformat wie der Marstallplan, in dem das Residenztheater seit ein paar Jahren kurz geprobte, aber anspruchsvoll kuratierte Produk­tionen an den Start bringt, birgt ebenso Chancen wie Risiken: die Möglichkeit vor allem für junge Regisseure und Autorinnen, sichtbar zu werden und mit einem hochkarätigen Ensemble arbeiten zu können, aber auch die Gefahr, aufgrund von Zeitknappheit schon mal mit unausgereiften Ergebnissen antreten zu müssen. Diesmal werden die sechs Marstallplan-Produktionen zudem nicht gebündelt zum Ende der Spielzeit präsentiert, sondern an drei Wochenenden über die Saison verteilt, was die Option weiterer Aufführungen im Repertoire eröffnet, den Erfolgsdruck allerdings auch noch mal erhöht.

Den Anfang macht ein doppelter UK-Import: Der britische (Opern-)Regisseur Sam Brown inszeniert «Victory Condition» von Chris Thorpe, angesagter Autor und Performer aus Manchester, der, spätestens seit er 2014 von Simon Stephens zum Stückemarkt des ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Silvia Stammen

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