München: Aber was?

Azar Mortazavi «Stille Nachbarn» (U)

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Das Personal klingt weitgehend vertraut: Eine Mutter, die demenzbedingt den Bezug zur Welt verliert und aus Schmerz darüber nur noch fieser wird; deren Tochter, die das Scheitern ihrer Beziehung leugnet; ein junges, postmigrantisches Nachbarspärchen, sie mit Kinderwunsch, er indifferent. Jetzt müsste, der Dramaturgie eines Theaterstücks wie auch der einer Theaterkritik entsprechend, eigentlich die überraschende Wendung kommen. Sie kommt aber nicht. Zwar sagen alle Figuren in Azar Mortazavis Uraufführung «Stille Nachbarn» kurz vor der Pause «jetzt ist es passiert».

Was aber passiert ist, belässt die Autorin bewusst im Vagen, Angedeuteten und bremst alle Plot-Erwartungen erst mal gründlich aus. 

Klar ist vor allem, dass das erschreckende Ereignis, das vielleicht auch für jede*n ein anderes ist, diese vier eh schon instabilen Menschlein aus ihrer Spur schubst. Diese Spuren sind im Bühnenbild von Martin Eidenberger Minigolfbahnen: Die von Barbara Melzl als Mutter Charlotte sieht nach Endstation aus, die von Leyla und Ibrahim, gespielt von Esther Schwartz und Bijan Zamani, schlägt weiße, wohnliche Wellen, und Katrin Rövers leicht überkandidelte Isabell wohnt in einem – beim Minigolf ...

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Theater heute März 2019
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Cornelia Fiedler

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