Düsseldorf: Stahlrohr-Karussell nach rechts

Ibsen «Peer Gynt», Schiller «Don Karlos»

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Vermutlich wäre er heute ein pickeliger Gamer, der seine Heldentaten bei «World of Warcraft» filmt, kommentiert und auf YouTube hochlädt. Auch Troll- und Piraten-FunPics auf Snapchat und Instagram könnten ihm bei der Verbreitung seiner fantastischen Hochstapler-Storys helfen. Keine Frage: Das Hobby des jungen Peer Gynt, sich eine aufregendere Identität auszumalen als die eines Bauernsohns, wäre im Web 2.0 bestens aufgehoben.

Aber während Ibsens Held noch ein ganzes Leben braucht, um sein narzisstisches Tun ansatzweise zu reflektieren, denken Digital Natives die Konstruiertheit ihrer diversen Netz- und Offline-Identitäten heute längst mit. Zumindest vertreten das die zehn Energiebündel zwischen 14 und 24, die Regisseur Felix Krakau, selbst Jahrgang 1990, für «Peer Gynt», seine erste Bürgerbühnenproduktion am Schauspiel Düsseldorf, gefunden hat. 

Was sie in 75 Minuten über die Bühne jagen, ist weniger Inszenierung als Squatting. Eine rotzige Aneignung des Klassikers, die ihre Schwächen und Rückschläge souverän miterzählt. Dabei sind die Übergänge fließend zwischen einem Best-of des Stücks, den Streits und der Selbstzermürbung im jugendliche Laien-Ensemble und, je nachdem, wer gerade ...

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Theater heute März 2019
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Cornelia Fiedler

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