Milgram für Führungskräfte
Duzen Sie Ihren Chef? Herrscht bei Ihnen auch diese lockere Arbeitsatmosphäre mit offener Tür, Relaxzone und dem Zwang, mit irgendwem Mittagessen zu gehen? Und ist Ihnen
das auch manchmal unheimlich? Ein Arbeitsverhältnis, das angeblich auf Vertrauen basiert, aber letztlich nichts daran ändert, dass man Sie irgendwann kündigt, Ihr Chef aber nur abgefunden werden kann? Dann ist dies das richtige Stück, um Sie fertig zu machen: Lutz Hübners «Die Firma dankt», uraufgeführt am Staatsschauspiel Dresden.
Denn in dieser Pseudokomödie geht es um die Panik, die verschwommene Machtverhältnisse auslösen.
Krusenstern, ein leitender Angestellter Mitte 40, der vernünftige Meetings mit Clipboard ebenso schätzt wie das Nickerchen am Arbeitsplatz, steht vor einer unlösbaren Prüfung. Eingeladen ins Gästehaus seiner Firma, wird der Nadelstreifen-Mann unvorbereitet mit den Sitten modernen Managements konfrontiert: Duzen und Fingerfood, Personaltrainerin und Saunaspaß, flache Hierarchien und ein Praktikant in Streetwear, der Krusenstern mit lässigem Selbstbewusstsein zur Weißglut treibt. Leider ist dieser vermeintliche Naseweiß der neue Firmenchef, ein strahlender Stern am Wirtschaftshimmel mit ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Till Briegleb
Wenn schon «Raum», wie Olafur Eliasson schreibt, «eine sich ständig verändernde Gleichzeitigkeit von bisherigen Geschichten» ist, was ist dann Theater? − Der Modellfall räumlicher Wirklichkeitswahrnehmung? Der diesjährige Show-Room der Freien Szene, das 100-Grad-Festival, steckte voller Raum-Metaphern. Dabei ist 100 Grad selbst ein Großraumexperiment, bei dem im...
Fernsehen
Freitag, 1.
19.40, Theaterkanal: Rosmersholm – Schauspiel von Henrik Ibsen, mit Angela Winkler, Gert Voss, Peter Fitz, Otto Schenk, Klaus Pohl, Annemarie Düringer u.a., Regie Peter Zadek. Aufzeichnung aus dem Burgtheater Wien
(vgl. TH 1/01)
Samstag, 2.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Kiel – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von...
Auf die Kunst, Emotionen freizusetzen, ohne ironisch oder sentimental zu werden, hofft man im Theater oft so vergeblich wie das bankrotte Städtchen Güllen in Dürrenmatts Schullektüre-Dauerbrenner auf einen Retter. Die junge Regisseurin Maria Elena Hackbarth aber packt hier lebendiges Fleisch auf das Gerippe der Lehrbuch-Dramaturgie. Und zwar, indem sie die oft...
