«Mein Spezialgebiet ist heiße Luft»
Bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin konnte man im Juni eine reizende Szene erleben. Eine Dramatikerin saß im Dienste der Publikumsansprache auf dem Podium und ließ sich von einem Dramaturgen Fragen zur Person stellen. Die Routinefrage, wie sie denn für ihr neues Stück recherchiert habe, kontert sie mit einem amüsierten: «Das ist ein Selbstporträt.» Der Dramaturg unternimmt einen zweiten Anlauf: «Hast Du Dich selbst interviewt?» Antwort der Künstlerin: «Sicher.» Je knapper ihre Antworten ausfallen, desto ausführlicher wird der Dramaturg.
Die Künstlerin lehnt sich entspannt zurück und lässt ihn den Job erledigen: «Red’ ruhig weiter, ich bin heute eh etwas angeschlagen.» Zwischendurch klingelt ihr Handy, sie geht nonchalant ran. Besorgte Nachfragen des Dramaturgen zum Stress im Leben einer Dramatikerin lässt sie ebenso freundlich an sich abperlen («Ich habe kein Problem damit, Stückaufträge abzulehnen») wie seine Frage, wie sie es denn mit ihrem «Selbstmanagement» halte. Gutgelaunte Replik der Künstlerin, der an diesem Abend noch ein mit 5.000 Euro dotierter Dramatikerpreis winkt: «Ich werde mich nach der Vergabe des Preises wieder dem Hippietum widmen.»
Felici ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Das Stück des Jahres, Seite 136
von Peter Laudenbach
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