Mehr Therese wagen
An den Münchner Kammerspielen untersuchen wir gerade vor allem die Leerstellen, die uner -zählte(n) Geschichte(n): die Gewalt-und Zerstörungsgeschichte, die Anpassungs- und Gleichschaltungsgeschichte, die spätestens Mitte der 1920er Jahre beginnt und in Exil und Tod vieler prägender Künstler:innen und Mitarbeiter:innen (einschließlich der jü -dischen Gründerfamilien) mündet, die an diesem Haus waren. Es ist die bisher nicht erzählte Geschichte von 300 Menschen, die ins Exil mussten oder ermordet worden sind.
Etwa 250 dieser Schicksale haben wir recherchiert und dazu einen digitalen Auftritt entwickelt (https://schicksale. muenchner-kammerspiele.de/). Sie ist allen Mitarbeiter:innen der Münchner Kammerspiele gewidmet, die in der NS-Zeit entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Es bleibt wichtig, die Dimensionen von Auslöschung zu erforschen; die Kontinuität des Autoritären zu verstehen; das Nicht-Erzählen von Geschichte(n) zu ergründen. Diese noch nicht erzählten Schicksale sind wichtig für heute.
An Therese Giehse sind die Brüche des Jahrhunderts exemplarisch zu sehen. Es steckt so viel Brisanz und Relevanz in ihrem Leben: die unverhohlenen antisemitischen Erfahrungen ihrer ...
Barbara Mundel ist Intendantin der Münchner Kammerspiele. Ein Hörspaziergang auf den Spuren von Therese Giehse und andere Veranstaltungen vom 6. bis 8. März auf www.muenchner-kammerspiele.de
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Theater heute März 2025
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Barbara Mundel
AMSTERDAM, VAN GOGH MUSEUM
ab 7.3., Anselm Kiefer – Sag mir wo die Blumen sind
Erstmals werden alle Werke Anselm Kiefers aus der Sammlung des Stedelijk Museums gemeinsam gezeigt. Im Van Gogh Museum stehen sie dabei im Dialog mit den Gemälden von Van Gogh.
BERLIN, HOCHSCHULE FÜR SCHAUSPIELKUNST ERNST BUSCH
ab 3.3., Black in Berlin 2020–2024
Arbeiten des Fotografen...
Die Wunde Dresden» hatte Volker Lösch einst die Erinnerung an die Bombenangriffe vom 13. Februar 1945 genannt, in der Verbände der Royal Air Force mit Flächenbombardements große Teile der Dresdner Innenstadt zerstörten. Über die Opferzahlen wird seitdem regelmäßig gestritten und die rechtsradikalen Kräfte haben spätestens seit 1990 versucht, das Gedenken für sich...
Auf dem dunklen Gold der Bühne von Christin Treunert liegt Patina. Die (beweglichen) Wände wirken wie ein vergilbter Spiegelsaal mit jetzt stumpfen, angelaufenen Flächen. Vom Schnürboden schweben wahlweise Kronleuchter oder Discokugeln herab, doch alles liegt wie unter Mehltau. Ein wenig schwülstig, aber zugleich mit postapokalyptischer Lost-Place-Anmutung. Das...
