Mannsteufelei
Überraschenderweise hat dieser Hamburger «Baumeister Solness» sehr viel mit dem meisterhaften Wiener «Weibsteufel» zu tun, den Martin Kusej im Mai beim Berliner Theatertreffen zeigen durfte.
Dieselbe klirrende Kälte zwischen den Figuren, ein schneidend-klares Licht und ein die Menschen zwanghaft auf Distanz haltendes Bühnenbild von Martin Zehetgruber: Statt auf riesigen Baumstämmen wie im Karl-Schönherr-Stück in Wien balancieren die Menschen diesmal auf Zeichentischen und Architekturpappmodellen, und wieder sind sie so mit dem Stabilisieren ihres Gleichgewichts beschäftigt, dass ihnen für das zärtliche Betatschen oder gar das körperliche Attackieren ihrer Mitmenschen kein Raum und keine Zeit bleiben.
Traurigerweise geht dieses Beziehungsspiel zwischen Mann und Frau, das in der Wiener Version des Karl-Schönherr-Dramas eine flirrende Faszination besaß, in der Hamburger Ibsen-Adaption zwar nicht sang- und klanglos, aber doch ziemlich spannungsarm den Bach runter. Das liegt einerseits daran, dass es hier an einer tragenden weiblichen Akteurin wie Birgit Minichmayr fehlt. Julia Nachtmann als Kaja und Katharina Schmidt als Hilde Wangel sind das, was sich der Regisseur Kusej offenbar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie heißen Robert, Christoph, Matthias, Steffen oder Enrico. Im normalen Leben sitzen sie hinterm Schreibtisch im Amt und bearbeiten Akten oder schrauben in der Werkstatt Autos zusammen. Am Wochenende aber nennen sie sich Börti, Chrille, Matze, Pansen oder Roco. Dann tragen sie schwarze Klamotten, ziehen gemeinsam im Pulk in Halle zum alten Kurt-Wabbel-Stadion,...
Der Himmel setzte ein Zeichen. Kleists Dramen handeln ohnehin von einer höheren Ordnung, die menschliche Vernunft dumm aussehen lässt. Da mochte der Big Bang wohl passen. Just in dem Moment, da Dorfrichter Adam überführt wird und das Weite sucht, knallte ein Gewitter über dem Dach des Salzlagers der Kokerei Zollverein. Das wars aber auch schon mit den himmlischen...
Zierlicher ist es, das neue Logo, mit dem Thalia-Intendant Joachim Lux die Litfaßsäulen Hamburgs schmücken ließ. Zierlicher, strenger und doch merkwürdig vertraut. Aus dem gemütlichen Thalia-Tempel Ulrich Khuons, über dem der Morgenstern aufging, ist mit denselben Stilmitteln ein Strichmännchen geworden, das jederzeit losmarschieren könnte: Kontinuität, Neubeginn...
