Manche mögen Schweiß
Oben in einer Wohnung schreit eine ältere Frau, unten auf dem Hof lernen zwei 15-jährige Mädchen sich kennen. Mirija ist die Außenseiterin im Viertel, und die schreiende Frau oben in der Wohnung ist ihre Mutter. Das ist genau so uncool wie dieser merkwürdige Schweißgeruch, der Mirija anhaftet. Natasa dagegen will cool wirken, also raucht sie. Dann kommt die Clique, und jeder bekämpft jeden. Zuerst misst Natasa sich mit Ana, die auch erst fünfzehn, aber ziemlich durchtrieben und scharf auf Mane ist, der sich in der nächsten Szene mit Vladimir prügelt.
Mane könnte Cliquenchef sein, weiß aber nicht so recht, was er will.
Mit «Tierreich» entfernt Biljana Srbljanovic sich thematisch von früheren Stücken. Zwar geht es wieder um die Brutalisierung einer Gesellschaft, die gerade einen Bürgerkrieg überstanden haben könnte. Dem Stück fehlt aber der für Srbljanovic typische Belgrader Stallgeruch. Es erzählt nichts über postkommunistische und präeuropäische Befindlichkeiten, sondern führt Jugendliche vor, die auch in Bochum aufwachsen, dort Mirijas Mutter eine verletzte Taube in die Wohnung schmuggeln und dafür verantwortlich sein könnten, dass die geistig behinderte Frau aus dem Fenster ...
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In der «Süddeutschen Zeitung» hat Peter Laudenbach gejubelt: In der «maroden» Volksbühne bekäme man, «was man in diesem grauen Bunker zu allerletzt erwartet hätte: eine Inszenierung, die in ihrer großen Leichtigkeit ziemlich gute Laune macht». Und weiter: «Der Plot ist simpel: Vater Ubu, ein vulgärer Dummkopf, ermordet den König von Polen, um selber König zu werden...
Juchzen ist verräterisch. So ein Urlaut aus tiefster Kehle enttarnt den bravsten Jüngling als Seelenverwandten brünftiger Rothirsche. Urs Peter zum Beispiel, ein blonder Mittdreißiger, hätte sich ebenso gut den Sommeranzug vom fülligen Wohlstandsleib reißen und den Fellschurz entblößen können. Aber nein, er steht starr an der Rampe und juchzt. Das passt zum Sujet...
Man weiß vom Besuch des Teufels beim Dichter Rattengift in Grabbes Lustspiel «Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung» (1822), dass jener aus Mangel an Inspiration an seiner Feder kaut. Solche Zusammentreffen bleiben bekanntlich nicht ohne Folgen. Nicht dass auch Lars Norén an einer Feder saugen müsste! An die 1700 unpaginierte Bögen des gerade erschienenen...
