«Man kann immer größer werden»

Florentina Holzinger, die Regisseurin des Jahres, im Gespräch über Oper, ihre ideale Kirche, neue Herausforderungen und Dinge, zu denen ihr Cast nicht Nein sagen kann 

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Karin Cerny «Sancta» war deine erste Arbeit an einer Oper. Welche Erfahrungen hast du in dieser Institution gemacht, ist sie ähnlich patriarchal wie die Kirche? 
Florentina Holzinger Es fiel uns schon schwer, eine Dirigentin zu finden, die vom Orchester akzeptiert wird. Dabei gibt es viele sehr gute Frauen. Aber es ist definitiv noch eine Männerwelt, die an der Oper den Ton angibt. Generell sind die Hierarchien enorm und sehr fremd für mich als experimentelle Künstlerin aus der Freien Szene.

Aber diese gewaltige Strukturierung aller Vorgänge hat auch viele Vorteile. Alles ist viel effizienter. Alle sind extrem höflich zueinander. Andererseits habe ich dabei wieder gelernt, meine eigene Ineffizienz wert zu schätzen. Spannende Kunst hat zum Glück selten mit Effizienz zu tun, ein künstlerischer Prozess ist im seltensten Fall ökonomisch. 

Cerny Opernhäuser lieben klassische Stoffe wie «Don Giovanni». War es schwierig, eine Außenseiter-Oper durchzusetzen? 
Holzinger Ich habe zum Glück mit Häusern zusammengearbeitet, die eher angetan waren von unserer Stückauswahl. Paul Hindemiths «Sancta Susanna» ist definitiv kein Stoff, der auf den Opernbühnen auf- und abgespielt wird. Leute tun sich ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Höhepunkte der Spielzeit, Seite 24
von Karin Cerny

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