Mainz Staatstheater, Großes Haus
Eine Erinnerung, verschwommene Bilder, die Stimme des sich erinnernden Mediums aus dem Off, während die Vergangenheit in einer von unendlich vielen subjektiven Versionen in verschwimmenden Bildern wieder auflebt. Ein klassischer Filmmoment, der durch die Montage der Bilder und Töne im Kino erfahrbar wird. Und tatsächlich auch der magischste Moment des Mainzer Theater-Orientexpress, der nach seinem Start im schweizerischen Winterthur am Rhein angekommen ist.
Denn auch Regisseur Viktor Bodó montiert, wie die von ihm verehrten Filmvorbilder.
Die verdächtige Gräfin (Lisa Mies) räkelt sich erotisierend und räsonierend im Gepäckwagen, der Detektiv (Jost Grix) dringt in sie, wie es denn nun eigentlich gewesen sei. Das Licht wird schummrig, die Filmmusik (Klaus von Heydenaber) spielt auf, und als die Wand mit den Türen zu den Schlafabteilen hinunterfährt, durchlebt sie noch einmal ihre Version der Vor- gänge der Mord-Nacht, bevor der Gang im Schnürboden verschwindet und sich die Figuren im Gepäckwagen, im Hier und Jetzt wiederfinden.
Es ist das große Wunder der Inszenierung, dass es ihr gelingt, im Theater das Puzzlespiel von Vergangenheit und Gegenwart, von Träumen und Lügen präzise zu ...
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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Alexander Kohlmann
Jean Genets Reaktion auf die Uraufführung 1957 am Londoner Arts Theatre legt nahe, dass Peter Zadek damals ziemlich prall und heftig inszeniert haben muss. Der Regisseur, so Genet, habe weder den Geist noch den Text des Stückes geachtet, und überdies erwecke die Inszenierung den Eindruck, er, also Genet, «sei ein Skandalmacher und Pornograf». Donnerwetter, kann...
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Die Theaterzeitschrift
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Ludwig Wendt Art...
Ein Thema, das sich zwar keiner großen Beliebtheit, aber großer Bekanntheit erfreut: das Sterben. Die jüngere Generation hält es für eine lästige Begleiterscheinung des Lebens. Die mittlere Generation betrachtet es schockiert aus der Distanz, die ältere argwöhnisch aus der Nähe. Im Theater sitzen sie nebeneinander und schauen auf Biljana Srbljanovics neues Stück.
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