Magazin
Von den zwanzig Kohle-Geldscheinen, auf denen das Konterfei von Oberhausens berühmtestem Kulturschaffenden Christoph Schlingensief abgedruckt ist, kann man sich einen ziemlich netten Tag in Oberhausen machen. Der könnte so aussehen: Als erstes holt man sich eine Nussecke im Café Bauer, besucht sodann die aktuelle Ausstellung der Ludwiggalerie, nimmt an einer Führung im Filmpalast Lichtburg und gleich noch im Gasometer teil, lässt sich die Augenbrauen zupfen und hat im Anschluss noch genug Kohle, um das Kohlenpott-Menü mit Getränk und Kaffee im «Gleis 51» zu verspeisen.
Man könnte für die Kohle allerdings auch vierzehn Tage ins Fitnesstudio oder zum Yoga, eine Vorstellung des Theaters Oberhausen oder den Aquapark besuchen, sich eine Schulter-Nacken-Massage gönnen, sein Antlitz fotografieren und frisieren lassen oder ein feines Schwarzwildgulasch im Restaurant Frintrop genießen.
Die für zwei Wochen vom Theater Oberhausen und der Hamburger Performancegruppe
geheimagentur eingeführte regionale Kohle-Währung verführt zu Streifzügen und Geschäftserkundungen, auf die man in einer der finanziell gebeuteltsten Städte des Ruhrgebiets nicht unbedingt von alleine gekommen wäre. Vielleicht ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Natalie Bloch
Christine Wahl Haben Sie schon auf Ihre erste Theatertreffen-Einladung angestoßen?
Milo Rau Ja; wir haben uns sehr gefreut – und waren ein bisschen erstaunt.
Wahl Wieso?
Rau Ich habe das Theatertreffen eigentlich nie so verfolgt, weil für mich irgendwie abgemacht war, dass das eine Leistungsschau des Stadttheaters ist. Ich hab dann auch mal über Wikipedia eine kleine...
Sind sie nicht süß, die lieben Kleinen? Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt, wusste Schiller – und Johan Simons hält sich daran. Für Sarah Kanes «Gesäubert» stehen acht ausgewachsene Spielkinder auf der Bühne, die sich ein ganz besonders nettes Spiel ausgedacht haben. Immer wenn es um Liebe geht, muss ein Finger, Hand, Arm, Bein dran glauben....
Die erfreulichen Umstände, die für Anne Lepper zufällig alle Anfang des Jahres aufeinandertrafen, legten dumme Wörter nah. «Shooting Star» zum Beispiel. Zwei Ur-Inszenierungen innerhalb von drei Tagen in der ersten Januarhälfte, ein drittes Stück wurde Anfang März als Hörspiel im WDR ausgestrahlt, dann die Nachricht von der Einladung der Bielefelder Inszenierung...
