Magazin
Von den zwanzig Kohle-Geldscheinen, auf denen das Konterfei von Oberhausens berühmtestem Kulturschaffenden Christoph Schlingensief abgedruckt ist, kann man sich einen ziemlich netten Tag in Oberhausen machen. Der könnte so aussehen: Als erstes holt man sich eine Nussecke im Café Bauer, besucht sodann die aktuelle Ausstellung der Ludwiggalerie, nimmt an einer Führung im Filmpalast Lichtburg und gleich noch im Gasometer teil, lässt sich die Augenbrauen zupfen und hat im Anschluss noch genug Kohle, um das Kohlenpott-Menü mit Getränk und Kaffee im «Gleis 51» zu verspeisen.
Man könnte für die Kohle allerdings auch vierzehn Tage ins Fitnesstudio oder zum Yoga, eine Vorstellung des Theaters Oberhausen oder den Aquapark besuchen, sich eine Schulter-Nacken-Massage gönnen, sein Antlitz fotografieren und frisieren lassen oder ein feines Schwarzwildgulasch im Restaurant Frintrop genießen.
Die für zwei Wochen vom Theater Oberhausen und der Hamburger Performancegruppe
geheimagentur eingeführte regionale Kohle-Währung verführt zu Streifzügen und Geschäftserkundungen, auf die man in einer der finanziell gebeuteltsten Städte des Ruhrgebiets nicht unbedingt von alleine gekommen wäre. Vielleicht ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Natalie Bloch
Es waren einmal zwei Brüder, die lebten vor langer, langer Zeit und in einer Gegend weit, weit weg von hier. Beide besaßen gemeinsam ein Grundstück mit Garten, darauf nahezu identische Eigenheime, die der ganze Stolz ihrer Bewohner waren. Durch Umstände, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, wurde das Grundstück durch einen undurchdringlichen Zaun...
Die Theaterzeitschrift
im 53. Jahrgang
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Gedanken lesen können nur Wahrsager. Allen anderen bleibt die Literatur, wo sich der innere Monolog großer Beliebtheit erfreut. Der Wiener Autor Xaver Bayer (geb. 1977) etwa begibt sich in seiner 120-Seiten-Erzählung «Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen» (2011) für ein paar Stunden in den Kopf seines Protagonisten und zeichnet in einem einzigen langen Satz...
