Macht Kunst Politik?

Das Impulse-Theaterfestival etabliert sich unter der Leitung von Florian Malzacher als Think Tank für gesellschaftliche Verbesserungen

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Schon eine einzige entstandene Mädchenschule in Afghanistan rechtfertigt den ISAF-Einsatz», sagt die Performerin, während die mutmaßliche Urheberin dieser Worte, eine 23-jährige afghanische Studentin und Aktivistin aus analphabetischem Hause, unbewegt von der Videoleinwand blickt. Nur wenige Minuten später wird ihr in «Conversion/Nach Afghanistan» widersprochen: «Hört auf, Afghanen zu töten, afghanische Häuser zu besetzen – wo ist der Unterschied zu Terroristen?», spricht ein Tänzer einen anderen Afghanen nach.

 

Kurz vor Ende des deutschen Kriegseinsatzes in Afghanistan ist die Hamburger Costa Compagnie – ein Doppelpass-Ergebnis mit dem Theater Heidelberg – unter Leitung von Felix Meyer-Christian drei Wochen lang nach Kabul und Mazar-e-Sharif gereist und hat Widersprüchliches zum Erfolg der deutschen «Mission» eingefangen. Sie interviewten Soldaten, Zivilisten, Taliban-Fans und emanzipierte Aktivistinnen, filmten ihren Anflug auf staubige Häuserreihen, spielende Kinder auf weiten Plätzen, friedliches Brotbacken zu heiterer orientalischer Musik oder bedeutungsschwangerem Elektro. Heraus kommt: Erstaunliches. Widersprüchliches. Hoffnungsvolles. Flehendes.

 

Neokoloniale ...

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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Freie Szene, Seite 25
von Dorothea Marcus

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