Die Kunst im Remake

München Kammerspiele: Marton nach Mozart «Figaros Hochzeit», Toshiki Okada «Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech»

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Der ungarische Musiktheaterregisseur David Marton steht für eine musikalisch unverkrampfte Herangehensweise an das immer noch weitgehend sakrosankte Heiligtum bürgerlicher Hochkultur. Oper nicht durch Bebilderung zu interpretieren, sondern aus der Partitur heraus in Kombination mit den speziellen musikalischen Fähigkeiten der jeweiligen Mitwirkenden neu aus­zurichten, ist das Rezept, mit dem er seit einigen Jahren arbeitet. Mit seiner «Sonnambula» in der kleinen Kammer 3 landete er bereits im Januar den Überraschungshit der Saison.

Nun hat er sich mit «Figaros Hochzeit» nach Mozart, Da Ponte und Beaumarchais auf der großen Bühne der Münchner Kammerspiele ein Experimen­tierfeld ausgesucht, in dem von Haus aus mehr Sprengstoff stecken würde als in Bellinis Belcanto. 

Doch Marton ist beileibe kein Opernzertrümmerer, eher ein liebevoller Zerpflücker von Seh- und Hörgewohnheiten, ein Wanderer durch Musikstile und Klangwelten und manchmal auch ein Bastler, der den gesamten Bühnenapparat inklusive aller Muttersprachen der Beteiligten als großes Instrument begreift. Zwar finden sich im neuen Kammerspiele-Ensemble auch Stimmgewaltige, wie die serbische Jazzsängerin Jelena Kuljic (Susanna) ...

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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Chronik, Seite 68
von Silvia Stammen

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