Lügen und leben lassen

Ibsen «Die Wildente»

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Der erste Akt spielt vor einem mondänen Glitzervorhang. Der erste Eindruck aber täuscht: Hier wird keine Revueshow, sondern Ibsen gespielt. Wenn sich der Vorhang öffnet, wird dahinter ein recht unglamouröser Raum sichtbar. Auf die nackte, von Neonröhren beleuchtete Bühne hat Alexander Müller-Elmau nur ein paar Versatzstücke – einen Gartentisch, einen Eiskasten – gestellt, vor allem aber einen raumfüllenden grauen Industriecontainer.

Dieser stellt das «Revier» dar, in dem Vater und Sohn Ekdal auf Kaninchenjagd gehen.

Neben allerlei anderem Kleinvieh wird in dem Container auch der Titelvogel gehalten. Zu sehen bekommt man die Wildente allerdings nie, die ganze Menagerie ist nur akustisch anwesend: Der Linzer Hausmusiker Wolfgang «Fadi» Dorninger hat in seine Elektro-Soundkulisse auch Tierstimmen eingearbeitet. Ab dem dritten Akt fallen Schneeflocken, am Ende wird die Bühne knöcheltief eingeschneit sein.

Doch auch der Gesamteindruck trügt: So cool, wie sie aussieht, ist Hans-Ulrich Beckers Inszenierung gar nicht. Wir reden hier nicht von einer Ibsen-Performance, sondern schon von einer Stadttheateraufführung – allerdings von einer ziemlich guten. Becker präsentiert das Stück so ...

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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Chronik: Linz, Seite 67
von Wolfgang Kralicek

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