Love me tender

Noch «bösäääärrr» hätte Dimiter Gotscheff seine Dorine im «Tartuffe» gerne gehabt. Doch Judith Rosmair hat ihr Publikum fest im Blick. Und wurde damit Schauspielerin des Jahres 2007.

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Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann.

Sie hatte ewig warten müssen, im glitzernden kleinen Schwarzen nur ab und zu großäugig und dunkel lachend in die Kamera charmiert, während die blonde FDP-Frau gegen den Mütter-Mythos wetterte, ein durchgeknallter Parapsychologe und Spukforscher nicht zu Potte kam, eine lettische Orgelspielerin Sexyness und Kirchenmusik zusammenbrachte, der Fliegenträger von der SPD den Zwei-Klassenstaat anprangerte. Dann ist sie endlich dran, «die Frau für starke Auftritte, Liebling des Hamburger Publikums», wie Moderator Giovanni di Lorenzo hingerissen anmerkt, um dann teilnahmsvoll anzufragen, ob das wohl den Neid der Kollegen wecke? Nein, sagt sie, eine Rampensau macht den anderen Mut. Mut, ein Fest zu feiern, wenn man spielt. Sie spricht vom Geschenk der Selbstvergessenheit in der Musik, von der Jugendliebe zu einem französischen Pantomimen und von der zu Peter Brook und ...

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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Spieler des Jahres, Seite 63
von Barbara Burckhardt

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