Lob der Bescheidenheit
Wie viele Gedankensprünge ein Mensch durchschnittlich pro Minute im unkonzentrierten Zustand zusammenbringt, ist in der Wissenschaft umstritten. Die Messungen, eher Schätzungen, rangieren zwischen 6 und 60. Peter Handke dürfte mit seinem neuesten Text «Schnee von gestern, Schnee von morgen» jedenfalls deutlich im oberen Bereich liegen.
Das kleine Werk, in der Buchausgabe 74 Seiten lang und mit riesigen Lettern gesetzt, versammelt das mehr als sprunghafte Selbstgespräch eines zweifellos Handkenahen Ich-Erzählers, der, manchmal von Satz zu Satz wechselnd, seine reichlich unzusammenhängenden Gedankenhüpfer aneinanderreiht. Sie reichen von Klassikerzitaten, kleinen Naturbeobachtungen, Kindheitsbezügen, naiven Lebensweisheiten, Alltagsphilosophie, Reminiszenzen aus dem Griechisch-Unterricht, Eigenwerkzitaten, Popgeschichte, banalen Welterklärungsweisheiten, Apfelsorten und rhetorischen Fragen, die ins Nichts führen, bis zu scheinbedeutsamen Apho -rismen, Kostprobe: «Es ist eine Zeit zu lesen und es ist eine Zeit zu buchstabieren.»
Den inneren Zusammenhang des in sich kreisenden Gestöbers stiften allein Leben, Werk und Marotten von Peter Handke, erträglich gehalten vor allem von der ...
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Theater heute Oktober 2026
Rubrik: Festivals, Seite 13
von Franz Wille
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Çağla Ilk Ich sage herzlich willkommen! Und füge gleich dazu: Ich schaffe kein Theater ab! In der letzten Zeit habe ich nämlich diese Frage öfter gestellt bekommen und deshalb ganz ausdrücklich: Ich schaffe das postmigrantische Theater nicht ab! Ich schaffe auch kein Ensemble ab.
Theater heute Normalerweise sollten ja wir die erste Frage stellen, aber umso besser!...
