Fünf Gründe für die Deutsche Bahn
Das wichtigste Requisit des folgenden Textes ist die Mobility Bahncard 100. Die kleine schwarze Karte ist der Rolls Royce unter den Bahncards; nichts für Pendler oder Vielfahrer, eher für Süchtige und Nomaden. Mit ihr kann man, so die Bahn, «einfach einsteigen und losfahren». Zug-Junkies zahlen schlappe 3.650 Euro im Jahr (oder 335 im monatlichen Abo), um permanent und überall im deutschen Streckennetz unterwegs zu sein. Zweiter Klasse, versteht sich.
Die Mobility Bahncard 100 ist außerdem ein bedeutendes, vielleicht sogar das wichtigste Requisit im Berufsleben des freien Schauspielers Wolfram Koch. Spätestens seit seinem Jago in Stefan Puchers «Othello» am Deutschen Schauspielhaus ist Koch für mich einer der größten Schauspieler im derzeitigen deutschsprachigen Theater. Und er ist nicht nur einer der besten, er gehört auch zu den Fleißigsten: Zwischen Berlin, Hamburg und Frankfurt, wo außerdem seine Frau und seine vier Kinder leben, reist er quasi im Dreieck, und zwar, dem deutschen Repertoiretheater sei Dank, in eher kleinen als großen Abständen. Frankfurt – Hamburg («Othello»), Hamburg – Frankfurt («Der Fremde»), Frankfurt – Berlin («Die Perser»), Berlin – Frankfurt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Himmel setzte ein Zeichen. Kleists Dramen handeln ohnehin von einer höheren Ordnung, die menschliche Vernunft dumm aussehen lässt. Da mochte der Big Bang wohl passen. Just in dem Moment, da Dorfrichter Adam überführt wird und das Weite sucht, knallte ein Gewitter über dem Dach des Salzlagers der Kokerei Zollverein. Das wars aber auch schon mit den himmlischen...
Das deutsche Theater und der deutsche Film haben nicht viel gemeinsam. Während das eine, bei allem, was man an ihm kritisieren mag, einen guten Ruf genießt, weltweit gesehen aus einem recht einzigartigen ökonomischen Reichtum schöpft, der immer wieder auch künstlerisch herausragende Formen hervorbringt, erscheint der andere, bei allem, was an ihm zu loben ist, aus...
Auch wenn es nicht immer danach aussieht, hat das Theaterkritikerleben durchaus seine angenehmen Seiten. Was bis dato allerdings wirklich nicht dazu gehörte, ist ein chronisch erhöhter mentaler Wellness-Faktor.
Mit meinem Eintritt in die Jury des Impulse-Festivals vor zwei Jahren hat sich das fundamental geändert. Während sich zum Beispiel das Auswahlgremium fürs...
