Himmel und Hölle

Der neue Burggott Matthias Hartmann eröffnet seine Wiener Intendanz mit «Faust I und II». Seine schöne neue Welt retten Roland Schimmelpfennigs «Der goldene Drache» und das Nature Theatre of Oklahoma

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Burgdirektor ist eine feine Sache. Man ist zwar nicht direkt Gott, aber in Wien so nahe dran, wie es auf Erden nur geht. Nicht, dass man damit keine Arbeit hätte. Eine Handvoll Premieren in fünf Tagen sind keine Kleinigkeit, aber das hat Tradition in dem Beruf: Die ganze Welt in sechs Tagen war auch nicht schlecht. Dafür darf man Sachen machen, die darf kein anderer: «Faust I und II» in sieben Stunden zur Eröffnung mit ein paar der erlauchtesten Schauspieler, die der Himmel hergibt, und sich selbst als Regisseur. Eine Inszenierung, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.

 


Genau genommen gar keine Inszenierung, nur die Behauptung davon. Es gab einen Premierentermin, Theaterkarten, eine Garderobe und überhaupt ein perfekt funktionierendes Theater drumherum. Sogar ein Programmheft. Dazu im ersten Teil ein paar Schauspieler, die ihren Text gelernt haben und diesen weitgehend unverbunden nebeneinander her spielen. Tobias Moretti als bohrender Erkenntnissucher hat sich seltsame Schwimmbewegungen der Arme mit einer kleinen Wellenbewegung in der Hand angewöhnt, und bleibt mit allem, was er spielt, ungefähr eine Zehntelsekunde hinter dem Text, was einen leicht gebremsten Eindruck ...

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Theater heute November 2009
Rubrik: Starts, Seite 6
von Franz Wille

Vergriffen
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