Leipzig: Viktorianisches Erbe

Martina Clavadetscher «Frau Ada denkt Unerhörtes» (U)

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Die Tochter des englischen Schwerromantikers Lord Byron und seiner kurzzeitigen Gattin Annabella Milbanke hatte einiges an elterlichen Widersprüchen auszuhalten: vom Papa einen Hang zur kreativen Träumerei, von der Mutter eine solide mathematische Ausbildung und die strengen Exerzitien der viktorianischen Disziplin­ar­gesellschaft. Beide(s) zusammen ergab eine zeitlebens kränkliche, ziemlich brillante Mathematikerin ohne Angst vor steilen Ideen.

Ada Love­lace (1815–1852) gilt mit ihren Berechnungen und Anmerkungen zu einer ersten dampfgetriebenen Rechenmaschine als Vordenkerin der digitalen Revolution. 

Martina Clavadetscher lässt in der ersten Hälfte von «Frau Ada denkt Unerhörtes» im Schnelldurchlauf zentrale Stationen der Lovelace-Biografie Revue passieren, um in der zweiten Hälfte per Zeitsprung in einem Labor für Künstliche Intelligenz zu landen. Dort gelingt nicht nur die Erschaffung eines intelligenten Roboters, sondern auch eine Inkarnation von Ada Lovelace. Die maschinell wiedergeborene Ada erweist sich allerdings als ziemlich tyrannischer Selbstoptimierungs-Freak, der – ganz die Mama – den fehlerhaften Menschen und ihren unzuverlässigen Gefühlen böse auf den Leib rückt.  ...

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Theater heute November 2019
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Franz Wille

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