Leipzig: Projekt Weltrettung
Endlich geht mal jemand die Sache mit der Weltrettung systematisch an. Beim «Grand Prix de la Vision» kann man ein Konzept zur grundlegenden Reform unseres Planeten einreichen, und in der gleichnamigen Show wird dann das beste prämiert. Carla, Anna, Scart und Halbgar lassen sich das nicht zweimal sagen und machen sich in Carlas altem Auto auf den Weg. Hinter sich ihre langweilig halbgescheiterten Leben aus versandeten Liebesversuchen, unglücklich rechtsnationalen Familienverhältnissen, nächtelangem Trollesuchen im Internet oder anderen Quellen des Lebensglücks.
Ihr großer Plan: Auf dem Weg zum Finale so circa zehn einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Militär entführen und menschenfreundlich umerziehen. Letzteres könnte ziemlich schwierig werden, aber auch an Ersterem sind schon geschicktere Terroristen gescheitert. Erwartungsgemäß ziehen die fünf Amateurkidnapper – eine alte, verbeulte Drohne namens Emily ist auch dabei – aus ihrem Roadtrip von Pleite zu Pleite und widmen sich bald eher den kleinen Streits der innerbetrieblichen Gruppendynamik als dem großen Ganzen.
Bühnenbildner Hugo Gretler hat in der Diskothek des Leipziger ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Franz Wille
Sie sind gekommen, um «Tschüss» zu sagen. Nach fünf Jahren an der Volksbühne, nach fünf Jahren Festspielen mit der vielköpfigen Fritsch-Familie, die ein großer bunter Wanderzirkus ist: feinste Lachmuskelartisten, die Herbert Fritsch über die Zeit an zig Stadttheatern aufgetan hat. Jetzt treten sie noch einmal zur Rampe vor, einzeln, hundert letzte Minuten...
Vater, Mutter, Tochter, Sohn sitzen zu Tisch. Heute gibt es Friede, Freude, Eierkuchen. Eigentlich gibt es immer Friede, Freude, Eierkuchen, wenn sich die Musterfamilie aus der Komödie des jungen Ostschweizers Philippe Heule am Theater Basel vereint. Papa lobt Mamas Küche, Maxi lobt Mamas Figur, Moni ihr neues Parfüm (also ihr eigenes, nicht Mamas), und alle...
Vom Tod ist erstaunlich häufig die Rede gewesen – aber das hat in den Braunschweiger Festival-Tagen keine tiefere lokale Bedeutung. Obwohl «Fast Forward» Abschied nimmt, das «europäische Festival für junge Regie» also nicht mehr im späten Herbst den Spielplan des örtlichen Staatstheaters beleben und bereichern wird – aber es stirbt ja nicht. Sondern zieht nur...
