Lehre der Täuschung
Sind wir nicht alle Meister in Sachen Fremd- und Selbsttäuschung? Entwickeln wir nicht die seltsamsten Strategien, um einen kleinen Vorteil zu erlangen, den anderen fertig zu machen oder ein wenig Liebe zu erhaschen? LaButes Figuren scheinen die fiktionalen Alter Egos des ganz normalen Zeitgenossen. Nett und redlich auf den ersten Blick, doch Vorsicht, wenn seine Tiefenschichten freigelegt werden.
Auch in seinen jüngsten drei Einaktern, die LaBute für die Schauspielerin Birte Schrein am Theater Bonn verfasst hat (mit der ihn seit einigen Jahren eine intensive Zusammenarbeit verbindet), tun sich Abgründe auf, die mitunter bis zu den fluchbeladenen Familienbanden der Artriden führen.
In «Die Furien», dem doppelbödigsten der drei Texte, trifft sich Paula nach einer kleinen Auszeit mit ihrem Noch-Freund Jimmy. Der hat jedoch als Unterstützung seine Schwester Jamie mitgebracht, die aufgrund ihrer Stimmbandpolypen nicht laut sprechen kann und ihrem Bruder permanent aufwiegelnd einflüstert, was er sagen soll. Doch dann kündet Paula ihren kurz bevorstehenden Tod an – oder ist es nur eine Taktik, um sich von Jimmy möglichst rückstandsfrei zu trennen? Auch in Jennifer Whighams Inszenierung, ...
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Zunächst die gute Nachricht: Es werden keine Schuhe geworfen. Die politische Dimension von Albert Camus «Der Fremde» ist historisch, und Sebastian Baumgarten, der den Roman jetzt in Frankfurt zu einem Bühnenstück gemacht hat, verlässt sich auf die Assoziationskraft der Zuschauer, statt Camus’ Algerienparabel künstlich mit Irakverweisen aufzuladen. Gleich zu Beginn...
Wenn ein neuer Intendant gleich zu Amtsantritt gegen Schließungs-Szenarien antreten muss, ist in seiner Stadt einiges schiefgegangen. Normalerweise sollte er sich zunächst auf die Kunst konzentrieren können. Aber in Oberhausen ist derzeit nichts normal. Deshalb die Gräuel vorab.
Die Situation des Theaters Oberhausen ist nicht nur ein lokales Problem. Es geht um die...
Franz Wille auf der Mailbox: «Lieber Falk, hier ist Franz, ruf doch mal bitte zurück.» Hm, was kann das bedeuten? Er will mein neues Stück abdrucken, wie toll, da freu ich mich aber, und dann, nein, nein, du, hör mal, wir haben da so ‘ne Rubrik «Gegenkritik», ach so, hmm, das ist so ‘ne Loserrubrik, wir fanden nämlich deine «Kabale und Liebe»-Inszenierung alle so...
