Last Exit Religion
Im Anfang ist da nur dieses eine Wort. Klingt natürlich im Englischen viel charmanter, und noch charmanter klingt es, wenn es aus dem Munde eines echten Gentleman herausströmt wie ein Stück Sahnecremetorte.
Und genau so ist auch der Auftritt von Sir Henry zu Beginn von «Howl» in der Volksbühne Berlin: Im eleganten Anzug, auf dem Haupt einen schicken schwarzen Hut, erscheint der Mann mit der Ledertasche hinten vorm Bühnenhalbrund, stolziert dann durch das ganze Gerümpel und halbfertige Betonzeug, das Christian Friedlaender dort abgestellt hat, hindurch zur Rampe und hat dabei nur das eine Wort auf den Lippen: «Holy, Holy, Holy.»
Man muss, während Sir Henry mit gespielter Noblesse frei nach Spinoza sein Mantra von der Heiligkeit aller Dinge auf Erden vollführt, unweigerlich an seine zeitgenössische säkulare Widerlegung denken: Nichts ist heilig. Und noch einen Schritt weiter vielleicht an einen Satz des polnischen Philosophen Leszek Kolakowski: «Falls Gott nicht existiert, ist alles erlaubt.» Die Postmoderne hat daraus jenes berühmt-berüchtigte «anything goes» destilliert, das den Menschen der nachfolgenden Generation (die flüchtige Spätmoderne) nach wie vor in Verzweiflung ...
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Theater heute Januar 2020
Rubrik: Tanz- und Musiktheater, Seite 38
von Jürgen Otten
Willy Werchow (Sebastian Kowski) dürfte für viele Ex-DDRlerinnen und -DDRler ziemlich anschlussfähig sein: Als Leiter der Druckerei «Aufbruch» in der thüringischen Provinz arrangiert er sich zwar so weit mit dem System, dass es ihm keine Schwierigkeiten macht, aber auch nur so weit, dass er noch einigermaßen selbstachtungsverlustfrei in den Spiegel schauen kann....
Theater heute Wenn man die biografischen Texte in «Die Abschaffung der Familie» liest, könnte man denken, die Republik Moldau ist nur einen kleinen Schritt vor der Hölle: extrem verarmt, brutal patriarchalisch und ohne funktionierenden Rechtsstaat.
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Eine Performance von
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