Kunst und Anspruch

Offenbach «Die Banditen» , Sasha Waltz «Continu» (Theater Neumarkt, Schiffbau)

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Es ist ja schon eine Grundsatzfrage, wie man ein derart verschwiemeltes Genre wie die Operette auch nur ansatzweise für die Bühne flott machen kann. Und wie man etwas so obszön Blödsinniges wie Jacques Offenbachs «Die Banditen» von 1869 ausgerechnet ins Neumarkt Theater in Zürich bringen kann. Etwas so dreist Doofes, das immerzu an eine Urfassung von «Das Wirtshaus im Spessart» mit Liselotte Pulver erinnert. Die ja trotz deutscher Filmkarriere eine Schweizerin war.

Über diesen Umweg der vergnügten Blondine und des Spessartschen Räuberwirtshauses ist es gar nicht verwunderlich, dass der sehr sexy Wonneproppen der «Banditen»-Inszenierung am Neumarkt Vivien Bullert als Räuberhauptmannstochter ist.

Sebastian Baumgarten ist mit Hilfe dieser leicht entzündbaren Fiorella ein absolut ranschmeißerischer Abend gelungen: Vor Beginn wird ans Publikum, das mehrheitlich an malerischen Kneipentischen verteilt sitzt, Wein ausgeschenkt, und zwar viel, denn schließlich ist man zu Beginn in der italienischen Kneipe «Garibaldi», die eben dem Räuberhauptmann Falsacappa (ein grandios schmieriger Sigi Terpoorten im 70er-Jahre-Pornostar-Look) gehört. Nach der Pause gibt es Wodka für alle, denn da haben ...

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Theater heute August / September 2010
Rubrik: Chronik, Seite 76
von Simone Meier

Vergriffen
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