Gebrochener Tabu-Brecher
Die Beatgeneration – zur Erinnerung: Das war die, die in «der schlechtesten der Welten» ein «glückseliges Leben» führen wollte –, die «Beatniks» also, die vor etwa 50 Jahren das Establishment literarisch ver- und sich selber dabei gleich physisch zerstörten, feiern so eine Art Auferstehung. Sowohl als Original als auch als Plagiat: Auf dem Buchmarkt wird beispielsweise die sehr späte Veröffentlichung eines skurrilen Romans, den Jack Kerouac und William S.
Burroughs zusammen geschrieben haben («Und die Nilpferde kochten in ihren Becken») bejubelt; Poetry-Slam-Partys erinnern an die verrückten Sprachbeschwörungen der sprachlosen Nachkriegszeit; bunte Mode, fette Joints und die Sehnsucht nach ewigem Frieden sieht, riecht und vernimmt man wieder allerorten; und als jüngst der Wegbereiter dieser kunstfeindlichen Kunstrichtung, der uralte J.D.Salinger, starb, da erinnerten sich alle – auch die, die nie dabei waren – seufzend an eine Kult-Ära, in der man als Jugendlicher noch auf den Putz hauen konnte – und die alten gesellschaftlichen Fassaden doch tatsächlich Risse bekamen und bröckelten.
Jack Kerouac hatte mit dem Roman «Unterwegs» damals so eine Art Lock-Buch vorgelegt und die jungen ...
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