Kritische Wahrnehmung

Manfred Brauneck versammelt Studien zum Wandel, den «Das Freie Theater im Europa der Gegenwart» in Gang gesetzt hat

Theater heute - Logo

Der Wunsch nach theatergeschichtlichem Überblick stößt unweigerlich auf Manfred Braunecks lexikalisches Werk. 2010 wurde ihm für seine Forschungen zur «Geschichte des Theaters in all seinen Ausdrucksformen» der Balzan-Preis von gleichnamiger Stiftung verliehen, dessen Preisgeld zur Hälfte – und unter administrativer Obhut des ITI Deutschland – in ein Forschungsprojekt zum Freien Theater investiert wurde. Eine mit Sicherheit bislang eher marginal rubrizierte Schublade in Braunecks Privatarchiv, die aber auch allgemein auf ihre umfängliche Archivierung und Erforschung wartet.

Insofern ist es das große Verdienst von Preisträger, Geldgeber und ITI, dass der transcript-Verlag nun die schriftlichen Forschungs-Ergebnisse unter dem Titel «Das Freie Theater im Europa der Gegenwart. Strukturen – Ästhetik – Kulturpolitik» auf 650 Buchseiten veröffentlichen konnte: sechs Überblicksstudien zu diversen Schwerpunkten (Osteuropa, Migration, Postmoderne) und Sparten (Tanz und Performance, Musiktheater, Kinder- und Jugendtheater). Gerahmt wird dieses im eigentlichen Sinne forschende Feld von einem Vorwort von Manfred Brauneck, das neben der Einführung in die Begriffsproblematik  ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2016
Rubrik: , Seite 56
von

Weitere Beiträge
Premieren im Dezember

Daten 

Aachen, Grenzlandtheater
15. Clark und Goodall, Love Story
R. Ulrich Wiggers

Aachen, Theater
2. Greig, Die Ereignisse
R. Ludger Engels

Baden-Baden, Theater
18. Murray-Smith, Switzerland
R. Odette Bereska

Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
31. Labiche, Das Sparschwein
R. Ronny Jakubaschk

Basel, Theater
10. Tschechow, Drei Schwestern
R. Simon Stone

Berlin...

«Wir gehören zu Europa, zum Westen»

Andrzej Wajda: Ich habe nicht viel Zeit, verstehen Sie. Wer 90 ist, ist ein alter Mann. Deswegen beeile ich mich und denke schon an den nächsten Film. Solange ich stehen kann, ausreichend Kraft habe, um mich beim Filmteam durchzusetzen, solange werde ich drehen. 

Donata Subbotko: Hatten Sie vor, so alt zu werden?
Wajda: Nein. Als der Krieg zu Ende ging, war ich 19,...

Berlin: Standleitung ans Götterohr

Die berühmte Eingangswendung des Dramas ist ausgespart: «Das Land der Griechen mit der Seele suchend», sowas kommt dieser Iphigenie nicht mehr in den Sinn. Auf hohem Podest steht sie, die verschollene Tochter des Troja-Fahrers Agamem­non, die als Priesterin auf Tauris Unterschlupf gefunden und dem eingeborenen Volk das Menschenopfer abgewöhnt hat. 

Heimkehr,...