Dresden: Integrationshelfer Shakespeare

nach Shakespeare «Romeo und Julia»

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Eine Halfpipe füllt die Bühne des Kleinen Hauses in Dresden. Ein Rangelplatz (von Markus Pötter) zwischen zwei Polen, links die Montagues, rechts die Capulets, in der Mitte, vielleicht: ein Common Place. Die Montagues heißen Rouni, Ibrahim, Ahmad und Ali, lauter Jungs mit dunklen Haaren und breitbeinigem Gang. Auf der anderen Seite der Senke stehen Tabea, Anik, Lisa und Dominik, ein David, eine Nathaly, Julius und Jonas, die Gesichter weiß wie die Namen. Links spricht man Arabisch, rechts Deutsch, dazwischen ein zweisprachiger Prinz, eine Prinzessin: Baian Aljeratly.

Miriam Tscholl, die seit sieben Jahren am Staatsschauspiel Dresden die Bürgerbühne leitet und auch blieb, als Wilfried Schulz ging, hat in der letzten Spielzeit, als sich in Dresden immer lauter die Montagsaufmärsche der Pegida formierten, im Kleinen Haus ein Montagscafé gegründet. Hier treffen sich Anwohner und Geflüchtete, und mit «Morgenland» inszenierte Tscholl so intime wie komische Tisch-Begegnungen mit den Geschichten der Neuangekommenen, die die Stereotypen ironisch aufbereiteten, bestätigten, zertrümmerten. Bei dieser Produktion entstanden die Fragen, denen jetzt «Romeo und Julia» nachspüren: ...

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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Barbara Burckhardt

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Wie auf einer riesigen Welle tänzelnd, nähert sich dem Publikum ein schmächtiger, verschla­gene Präsenz ausstrahlender Anzugträger. Sein siegesgewisses Lachen überträgt ein zweiköpfiges Kamerateam kinogroß auf den über der Bühne prangenden Bildschirm. Im Nu erklimmt er die Sitzreihen, stellt den in ängstlicher Faszination verharrenden Zuschauern übergriffige Fragen...