Kopfgeburt

Lukas Linder «Die Trägheit» (U)

Seht euch diese Augen an, riesige Puppen­augen, die schläfrig, mild und traurig in die Welt blicken. Sie schauen aus riesigen Schwellköpfen, die die Figuren aus Lukas Linders «Die Trägheit» tragen, so dass der Rest ihres Körpers unverhältnismäßig klein und putzig wirkt, wenn sie etwa mit den Händen in die Luft greifen oder die Beinchen regen.

Menschen am Rande des Abgrunds – oder darüber hinaus, so zeigt es die Bühne im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspiels, wo Tina Lanik auf schräg und hoch gestellter gelber Fläche das Puppenkisten-Drama aus dem beschädigten Leben uraufführt. Die Regisseurin hat sich einen Kopf gemacht – und damit dem ein bisschen zu netten Stück über die träge Masse Mensch eine ihm dienliche Formbehauptung aufgepflanzt.

Linder, Sieger des von Thomas Jonigk initiierten Düsseldorfer Nachwuchs-«Autorenlabors» 2008/09, erzählt von Herrn Kleinmann. Der ist, wie sein amerikanischer Vorvater, der Handlungsreisende Willy Loman, ein Jedermann. Ohnehin über Nacht grau geworden, wird die Welt noch eine Schattierung dunkler, als ihm sein Chef Walter kündigt. Was bleibt dem übrig, droht doch ständig der Konkurs, so dass er mit einem Sprung aus dem Fenster seiner ...

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Theater heute Oktober 2010
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Andreas Wilink

Vergriffen
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13.00, Theaterkanal: Kazuo Ohno – Ich tanze ins Licht – ein Film (2004) von Peter Sempel 
 

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