Kollidierende Narrative
Nach Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine öffnen Helena (Nicole Averkamp) und ihr Sohn Luka (Simon Mazouri) ihr Zuhause für Olena (Vladlena Sviatash) und deren Tochter Marysja (Kateryna Kravchenko), die vor dem Krieg geflohen sind. Zwei Lebensrealitäten treffen so in Simone Geyers Inszenierung auf -einander, die im gemeinsamen Alltag ausgehandelt werden müssen.
Oksana Savchenko ist Hausautorin am Theater Heidelberg. «Meine Hölle» ist nach «Die Nacht verdeckt den Morgen» bereits die zweite Inszenierung am Theater Heidelberg, zu der sie den Text verfasst.
In «Meine Hölle» betont sie, dass der Krieg bereits 2014 mit der Annexion der Krim begann. Im dritten Jahr des Kriegs ist die Uraufführung des Stücks auch eine Vergegenwärtigung dessen, was Deutschlands Integrationspolitik seitdem geschafft hat und für wen Integration möglich gemacht wurde: Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge leben derzeit rund 1,14 Millionen registrierte Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland, mehr als in jedem anderen Land der Europäischen Union.
In der Inszenierung werden sprachlich Slogans aufgerufen, die eine positive und offene Haltung spiegeln, die viele Menschen zeigten: ...
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Theater heute April 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Yaël Koutouan
Die Stimmung bei der Premiere in der Volksbühne war prächtig, und niemand hätte auch nur im Entferntesten gedacht, dass es René Polleschs letzte Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Partner in Crime werden würde. Nennen wir ihn «Fabian Hinrichs» wie auf dem Programmzettel, wo die Figur, die keine Figur ist, und der Schauspieler in eins fallen: ein nicht mehr ganz...
Sprachlos! Gar nichts sagen? Nein, das kann ich nicht, auch wenn ich mich so fühle, aber ohne Worte dich gehen lassen möchte ich, will ich nicht. Denn wir haben doch so viel ge -sprochen, und so viele Worte hast du geschrieben, die mich so berührt, so überrascht, so zum Lachen gebracht haben.
Was hast du geschrieben und geschrieben, jeden Tag, jeden Tag brachtest...
Bei uns warst du weltberühmt, da kannte dich noch kaum jemand. Auf dem Wilson-Gang im Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft bedauerten wir uns selbst als verlorene Generation. Früher (also neulich), da war alles besser: Wirth! Lehmann! Pollesch! (Dass diese selbsternannte Lost Generation ausgerechnet jene von She She Pop, Showcase, Gob Squad, Rimini...
