Körper oder Geist?

Alex und Dimitrij Schaads cineastisches Gedankenspiel zu Identität und Spiel: «Aus meiner Haut»

Theater heute - Logo

Ein alter Mann (Edgar Selge) findet einen toten Jungen im Bett und stammelt «Papa». Was kann das sein? Es wird einige Zeit dauern, bis sich das Rätsel aufklärt: Der alte Mann ist eigentlich eine junge Frau, die sich in diesen fragilen Körper begeben hat, der tote Junge eigentlich ein alter Mann, ihr Vater, der im fremden jungen Körper an einem Aneurysma gestorben ist.

 

Es ist eine lange Reise bis zu dieser Erkenntnis, und sie führt mit Leyla (Maja Emde) und Trystan (Jonas Dassler), einem jungen Paar in der Krise, auf eine abgelegene Insel in eine noch abgelegenere Kommune. Dort treffen sich in einem romantischen Gutshaus zur Sommerzeit Menschen, um sich einer existenziellen Er -fahrung auszusetzen: dem Körpertausch (als «Body-Switch» seit Jahrzehnten ein beliebtes Genre vor allem im amerikanischen Kino). Die Tauschpaare werden ausgelost, und Leyla und Trystan werden mit Fabienne (Maryam Zaree) und Mo (Dimitrij Schaad) gematcht, einem ältergedienten Ehepaar mit drei Kindern, das Gegenmodell zum introvertierten melancho -lischen Liebespaar: Mo eine Rampensau der unangenehmsten Sorte, nach eigener Aussage «Siegertyp auf der Überholspur des Lebens», sie stabil, aber genervt vom ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Barbara Burckhardt

Weitere Beiträge
Showroom 2/23

Showroom

Aktuelle Ausstellungen

AMSTERDAM, RIJKSMUSEUM
ab 10.2., Vermeer 

Größte Werkschau des holländischen Barockmalers Johannes Vermeer (1632-1675) mit 28 Werken aus seinem Gesamtwerk, das nur etwa 35 Bilder umfasst.

BERLIN, HOCHSCHULE FÜR SCHAUSPIELKUNST ERNST BUSCH
bis 3.3., Bertolt Brechts Papierkrieg 

Von 1938 bis 1955 dokumentierte Brecht seinen Weg durch...

Empowerment und Hausverbote

Am Ende ist es wie bei einem Schiller-Stück: Ein Brief entscheidet über das Schicksal zweier Frauen. Hausverbot. Übertriebene Aktion eines überforderten Intendanten oder gerechtfertigte Maßnahme zur Wiederherstellung des Hausfriedens? Hier gehen die Meinungen am Schauspiel Leipzig, in dem Ende letzten Jahres dieses Trauerspiel aufgeführt wurde, ausein -ander. Doch...

Strahlender Alltag

Und ewig lockt die DDR. Vor allem ihr Bergbau hat es Theatermachern angetan, und nach den Erzählungen um Braunkohle, die noch vor einigen Jahren die Spielpläne der (ost-)deutschen Theater bevölkerten, kümmern sich aktuelle Projekte um Tieferliegendes. Weimar präsentierte zuletzt Thomas Freyers «Treuhandkriegspanorama» zum Kali-Bergbau, in Cottbus näherte sich Armin...