König der Ausgeschlossenen

Ewald Palmetshofer «Fall Falstaff»

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Shakespeares Zeitgenoss*innen müssen dessen zweiteiliges Historiendrama «Heinrich IV.», das chronologische Scharnier zwischen den Königsdramen «Richard II.» und «Heinrich V.», auch als Kommentar auf ihre Gegenwart und den ungewissen Fortbestand des innen- wie außenpolitisch massiv unter Druck stehenden englischen Königreichs verstanden haben. Längst ist die letzte Herrschaftsdekade Königin Elisabeths I. angebrochen, deren Nachfolge ungeklärt ist und ein politisches Vakuum befürchten lässt.

Shakespeare richtet den Blick durch den Spiegel der Vergangenheit nach vorne in eine beängstigende Zukunft und (ver)dichtet mit «Heinrich IV.» die mittelalterliche Historie jenes Usurpators, der König Richard II. entmachtete und illegitim zum Herrscher wurde.

Was aber passiert, wenn ein König als gesalbter welt­licher Repräsentant Gottes auf Erden gestürzt und die Geschichtsordnung somit pervertiert wird? Dann wird der unantastbare metaphysische Königskörper zum sterblichen Überrest und (Feudal-)Geschichte nicht mehr durch eine göttliche Ordnung legitimiert, sondern lediglich gemacht. Der Thron wird mit der widerrechtlichen Aneignung durch Heinrich IV. profaniert und somit zum bloßen ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 150
von Constanze Kargl

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