Kinder des Burnouts
Ich habe so viel radikale Empathie», bricht es aus Andela heraus. Wäre es anders, wäre sie auch gar nicht ins neue Cloudworking-Team aufgenommen worden. Damit die Empathie auch wirklich radikal bleibt, lässt Chefin Claudia nicht nur sie, sondern auch Tenzin, Adrian, Jasmina und Jan immer wieder vorm grellen Schreibtischlampenlicht niederknien, damit sie anschließend mit aller Gewalt ihre Körper gegen die Wand brettern. Sie sollen lernen, wie Rehe sich fühlen, wenn sie vom Scheinwerfer geblendet von der Motorhaube erfasst und von der Straße gecrasht werden.
Ein absurdes Ritual, bei dem gelegentlich auch Blut fließt.
In dieser Firma wird geschuftet, um verwundete Rehe zu retten. Zumindest scheinbar. Denn eigentlich geht es darum, den Umsatz der Firma zu steigern. Die fünf jungen Leute sollen fürs zielgruppenorientierte digitale Marketing sorgen. Tage- und nächtelange klicken sie sich nun durchs Internet und hacken in rasendem Tempo Texte in ihre Laptops, um online Kunden für die Produkte, etwa T-Shirts, zu finden, im festen Glauben, etwas Gutes zu tun. Denn zehn Prozent des Umsatzes soll dem Tierschutz zugute kommen.
«The Clickworkers» ist die vierte Arbeit des Europa-Ensembles, ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 44
von Verena Großkreutz
Figuren:
Richard «Ricky» Martin/Alecto Dimitrij Schaad
Dr. Stefan Frank/Alecto Tim Porath
Tatjana/Alecto Marina Galic
Lana/Alecto Birgit Stöger
René André Szymanski
SZENE 1 – Introduction
Monolog Dimi Guten Abend, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Bevor es losgeht, würde ich Sie gerne mit den neuen Privatsphäre-Einstellungen und Nutzungsbedingungen des Thalia...
Eine neu gegründete Akademie in Dortmund will das Theater fit machen für die digitale Revolution: ein Besuch vor Ort
Kaum ein Theater, das auf sich hält, legt in Corona-Zeiten die Hände in den Schoß. Die Online- und Streaming-Angebote versuchen aus dem Live-Erlebnis ein Digital-Format zu machen: ein Überblick
Von der Selbstverständlichkeit zum Existenzproblem:...
Gemäuer wie Windows-Kacheln, schwebende Labyrinthe, gleißend gelbe Wüste mit trickanimierter Supernova-Sonne – diese Welt, durch die Frank wieder und wieder taumelt, scheint aus der Pionier-Ära der Computerspiele zu stammen. Eine Pixelwelt, die ihre algorithmische Gemachtheit nicht verschleiert. Frank erlebt sie wie in Trance. Computerstimmen sprechen zu ihm,...
