Kerzen, Psalmen, Lobgesänge
Ein Leben ohne Männer in schwesterlicher Gemeinschaft, fernab von patriarchalen Erwartungen. In den sozialen Medien steht bei manchen jungen Frauen ausgerechnet das zölibatäre Ordensleben hoch im Kurs; spätestens seit drei betagte Chorschwestern aus Goldenstein Ende 2025 ihr Kloster besetzten und damit viral gingen, scheint das Dasein als Nonne im Trend zu liegen. Umgekehrt sind Schwestern längst Teil der Pop- und Hochkultur: In der Operninszenierung «Sancta» kombinierte etwa Florentina Holzinger Nonnenhauben mit Nacktheit und ließ die Enthaltsamen über die Halfpipe skaten.
Aber was bedeutet es wirklich, Teil des klösterlichen Lebens zu sein? Und kann es zur feministischen Zufluchtsstätte werden?
Die 1989 geborene Performancekünstlerin und Theatermacherin Lulu Obermayer hat sich einem Selbstversuch unterzogen – und verbrachte für ihre Produktion «Schwester» eine sechswöchige Auszeit in einem Kloster am Zürichsee. Ihre Erfahrungen überführt sie in eine sakrale Performance, die in der Münchner Spielstätte HochX zu sehen ist.
Obermayer, deren Arbeit «Rachel und ich» zuletzt auf dem Radikal jung Festival den Publikumspreis erhielt, sitzt nun mit dem Rücken zum Zuschauerraum auf der ...
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Theater heute April 2026
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Ella Rendtorff
Das Stück "To My Little Boy. Held aus Polyester" kann aufgrund seiner komplexen Formatierung nicht im Browser dargestellt werden. Abonnenten können es im E-Paper der aktuellen Ausgabe lesen.
Auf die nackte Wand des Wiener Akademietheaters wird ein historisch anmutendes Foto projiziert: Wer war der jüdische Mann auf dem Bild, der auf Sommerfrische stolz eine österreichische Tracht trägt? Keine Frage: Die Uraufführung «Isidor» ist eine Spurensuche.
Die Berliner Journalistin und Moderatorin Shelly Kupferberg wurde in einem Dachboden in Tel Aviv in längst...
Alle drei Jahre wechselt die Leitung des Augsburger Brechtfestivals. Der Rhythmus, mit dem dann frische künstlerische Energie und kuratorische Impulse in die Stadt gepumpt werden, hat sich bewährt, und auch, dass vom Namenspatron eher die dialek -tische Reflexion über Gesellschaft und soziale Gerechtigkeit mit einfließen (was nicht heißt, dass Brecht überhaupt...
