Kassel: Immer nur fast

Staatstheater: Bettina Erasmy «Chapters» (U)

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Hundehalter mit schnüffelnden Vierbeinern haben sie angequatscht, die Nächte unter den Brücken waren zugig und die Frau im Backshop freundlich, als sie ihr abends das restliche Brot gab. Als sie dann «fast» eine Nahtoderfahrung hatte, ging ihr das doch ziemlich nahe. So ein blitzendes Messer findest du schließlich nicht alle Tage, und es schien ja auch alles prima zu passen: Das scharfe Ding und dieser heftige Wunsch, jetzt sollte doch bitte mal wieder Shaven möglich sein: «Achselhaare, Beinhaare, Schamhaare.

» Ein unbeabsichtigter Selbstmord in Folge einer unsachgemäßen Intim-Depilation, wäre so mit das Dümmste, was der temporären Obdachlosen widerfahren könnte, die Bettina Erasmy als Heldin ins Rennen schickt. 

«Chapters» startete als Hörspiel und gewann im November 2014 den Publikumspreis der ARD-Hörspiel­tage. Die Protagonistin, so ist jetzt im Programmblatt zur Uraufführung zu lesen, wage einen «radikalen Aufbruch», vor allem aber vermesse sie das Gebiet von Leben und Erzählen. Es sei ein «Erzählen gegen den Tod», wie wir das von Sheherazade in «Tausendundeine Nacht» kennen. Im Text selbst will Maya allerdings zuerst einmal sehen, was Sache ist. «Könnte jemand mal bitte das ...

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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Jürgen Berger

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