Karlsruhe: Gefühle des Verlorenseins

Lutz Hübner/Sarah Nemitz «Frauensache» (U)

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Mehrfach ambitioniert geht dieser Abend an den Start: Mit einem Stück namens «Frauensache», in dem ausschließlich Frauen auftreten und über das Thema Abtreibung streiten, unterstreicht die Schauspieldirektion um Anna Bergmann am Badischen Staatstheater ihren Einsatz für weibliches Empowerment. Zudem ist hiermit erstmals ein Auftragswerk des Erfolgsduos Lutz Hübner/Sarah Nemitz für das Karls­ruher Haus entstanden. Und es dreht sich letztlich um das geschlechter- und generationenübergreifende Problem, dass neurechte Propaganda sich in den Diskurs-Mainstream drängt.

Doch selbst damit nicht genug: Weil hierzu auch das Motiv Ausländerfeindlichkeit gehört, arbeitet in der Praxis der linksliberalen Frauenärztin Beate eine syrische Geflüchtete als Sprechstundenhilfe. 

Das ist dann doch etwas arg viel Themen- und Thesenlast auf einmal, zumal wenn es, wie bei Hübner/Nemitz üblich, als konventionelles Well-made-Sprechtheaterplay dargeboten wird. Man kann aber auch konstatieren: Es spricht sowohl für das Stück als auch für die Inszenierung von Alexandra Liedtke und für die Spielkraft des Karlsruher Ensembles, dass die rund 100-minütige Uraufführung ein bis zum Schluss spannender Theaterabend ...

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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Andreas Jüttner

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